Wirtschaft

Zum Jahreswechsel Hunderte Versorger erhöhen Strom- und Gaspreise

In vielen Haushalten trudeln dieser Tage Briefe oder gar nur noch E-Mails von Energieversorgern ein. Zum Jahreswechsel erhöhen zahlreiche der Unternehmen einem Bericht zufolge ihre Preise drastisch - bei Gas im Schnitt um 54 Prozent, bei Strom liegt der Anstiegswert dabei gar noch höher.

Verbraucher müssen sich zum Jahreswechsel auf deutlich höhere Preise bei Strom und Gas einstellen. Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, erhöhen Grundversorger zum 1. Januar bundesweit in 300 Fällen ihre Tarife. Das Blatt bezieht sich in seiner Vorabmeldung auf Zahlen des Vergleichsportals Verivox. Strom wird dabei im Durchschnitt um 61 Prozent teurer, Gas um 54 Prozent. Grundversorger müssen solche Preisänderungen sechs Wochen vorher ankündigen. Am Samstag läuft die Frist für eine Anpassung zum 1. Januar ab.

Laut Verivox steigen die Gaskosten für eine Familie mit einem Einfamilienhaus und einem Verbrauch von 20.000 Kilowattstunden (kWh) um durchschnittlich 1247 Euro im Jahr. Bei Strom geht der Preis für einen Drei-Personen-Haushalt mit einem Verbrauch von 4000 kWh im Schnitt um 784 Euro nach oben. Bei einigen Versorgern allerdings fällt die Erhöhung noch stärker aus. So verdoppeln sich etwa bei den Stadtwerken München zum Jahreswechsel sowohl die Strom- als auch die Gaspreise.

Langfristige Beschaffungsverträge laufen aus

Grund für den kräftigen Preisanstieg sind zum einen höhere Gebühren für die Netznutzung, die die Versorger seit diesem Jahr zahlen müssen. Vor allem aber stecken dem SZ-Bericht zufolge hohe Beschaffungspreise an den Energiemärkten dahinter. Örtliche Versorger kaufen Strom und Gas häufig langfristig ein. Viele dieser Verträge laufen derzeit nach und nach aus. Die Firmen müssen dann für die Energie deutlich mehr zahlen als bisher: "Das hohe Preisniveau im Großhandel und die steigenden Netzgebühren kommen so nach und nach bei allen Haushalten an", sagt Thorsten Storck, Energieexperte bei Verivox, der SZ.

Storck verwies darauf, dass die Pläne für eine Strom - und Gaspreisbremse die Kunden im kommenden Jahr entlasten werden. "Die Folgen der Energiepreisexplosion werden dadurch jedoch nur abgedämpft", sagt der Energieexperte.

2023 sollen für Strom, Gas und Fernwärme jeweils 80 Prozent des Verbrauchs ab einem bestimmten Preis gedeckelt werden. Bei den derzeitigen Energiepreisen spare eine Familie dadurch nach Berechnungen von Verivox im Schnitt 926 Euro jährlich, bei Strom sind es 261 Euro. Das hebt die Preiserhöhungen durch die Versorger in den meisten Fällen jedoch nicht auf.

Quelle: ntv.de, mpe

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