Wirtschaft

Bericht vor Treffen in Davos IWF sieht Weltwirtschaft im Aufwind

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Soldaten der Schweizer Armee sichern in Davos den Tagungsort des Weltwirtschaftsformus.

(Foto: picture alliance/dpa)

Zum Weltwirtschaftsforum in Davos blickt der Internationale Währungsfond heiter in die Zukunft: Die lockere Geldpolitik, eine Teileinigung zwischen Peking und Washington, etwas Ruhe an der Brexit-Front - all das lässt die Experten ein Wachstum der Weltwirtschaft von 3,3 Prozent für 2020 prophezeien.

Die Weltwirtschaft wird nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) im laufenden Jahr etwas an Schwung gewinnen. Die Experten bleiben grundsätzlich optimistisch, wenngleich sie ein klein wenig vorsichtiger sind als bislang. Unter anderem sorgten eine weiter lockere Geldpolitik, eine teilweise Einigung im Handelskonflikt zwischen den USA und China sowie nachlassende Sorgen vor einem ungeregelten Austritt Großbritanniens aus der EU für Rückenwind, hieß es im Konjunkturausblick des IWF, der auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos veröffentlicht wurde.

Nach Einschätzung der IWF-Experten dürfte die Weltwirtschaft in diesem Jahr um 3,3 Prozent wachsen, während das Wachstum für 2019 nur auf 2,9 Prozent beziffert wird. Allerdings liegen die aktuellen Erwartungen des IWF für das globale Wachstum niedriger als bei der vorangegangenen Prognose im Oktober. Damals hatte der IWF für 2020 ein Wachstum von 3,4 Prozent erwartet. Für 2021 revidierte der Währungsfonds die Prognose auf 3,4 Prozent, nach zuvor 3,6 Prozent.

Die IWF-Experten erklärten die Prognosesenkung mit zuletzt negativen Nachrichten aus einigen Schwellenländern. Sie verwiesen vor allem auf die Entwicklung in Indien. Das große Schwellenland leidet derzeit unter heftigen politischen Unruhen, die immer stärker zu einer Gefahr für die Entwicklung in der größten Demokratie der Welt werden. Für Deutschland rechnen die IWF-Experten ebenfalls mit einem Anziehen der Wirtschaftsleistung. Nach magerem Wachstum von geschätzten 0,5 Prozent im vergangenen Jahr erwartet der IWF dieses Jahr eine Zunahme des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 1,1 und für 2021 um 1,4 Prozent.

Bundesbank: Kein Quartalswachstum in Deutschland

Nach Einschätzung der Bundesbank konnte Europas größte Volkswirtschaft in den letzten drei Monaten kein Wachstum vorweisen. "Die deutsche Wirtschaftsleistung blieb im letzten Quartal 2019 wohl insgesamt unverändert", hieß es im Monatsbericht. Auftrieb sei nach wie vor von der Binnenwirtschaft gekommen. Kauffreudige Verbraucher und der Bauboom sorgten für Impulse. "Demgegenüber hielt die Abwärtsbewegung in der exportorientierten Industrie an", hieß es in dem Bericht weiter.

Die Notenbanker kamen außerdem zu dem Schluss, dass der Handelskonflikt zwischen Washington und China keine Gewinner kenne. Durch den Schwenk der US-Regierung unter Präsident Donald Trump hin zu einer protektionistischen Handelspolitik hätten weder die amerikanische Wirtschaft noch die amerikanischen Verbraucher profitieren können. Vieles deute darauf hin, dass generell niemand vom Handelskonflikt der beiden größten Volkswirtschaften einen Vorteil erzielen konnte, hieß es in Frankfurt am Main.

Quelle: ntv.de, mau/dpa