Wirtschaft

John-Deere-Manager Peter Koch "Ich ziehe meinen Hut vor den Landwirten"

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Der US-Landmaschinenhersteller John Deere will verstärkt auf Nachhaltigkeit setzen.

(Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com)

Die Landwirtschaft habe ihn schon als Kind gepackt, sagt Peter Koch. Beim US-Landmaschinenhersteller John Deere setzt er bei der Entwicklung neuer Technik auf Nachhaltigkeit. Er will den Einsatz von Pestiziden auf ein absolutes Minimum reduzieren.

Peter Koch sitzt nicht mehr so oft wie früher auf dem Traktor, gibt er zu. Es sei aber wichtig, dass man die eigene Technik auch einmal selbst "in der Hand hält". Seine Familie habe nichts mit Landwirtschaft zu tun, aber als Kind sei er durch seinen Nachbarn mit Landwirtschaft groß geworden. Im Studium zum Agraringenieur habe er sich dann auf "Precision Farming", also Präzisionslandwirtschaft, spezialisiert. In der Vernetzung der Maschinen sieht Koch für die Landwirte neue Möglichkeiten, um effizienter und nachhaltiger zu werden. "Für den Landwirt zählt, dass die Maschine, wenn sie gebraucht wird, läuft", sagt Koch.

Bei einer Maschine, die per Internet permanent überwacht wird, könne umgehend festgestellt werden, wenn etwas nicht so ist, wie es sein sollte. So habe man die Möglichkeit, "potenzielle Maschinenausfälle vorauszusagen, bevor sie passieren", erklärt der Ingenieur.

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Peter Koch ist spezialisiert auf Präzisionslandwirtschaft.

In Sachen Nachhaltigkeit sieht er vor allem die Möglichkeit, den Einsatz von Dünger und Pflanzenschutzmittel deutlich zu reduzieren. "Da sind wir bei Technologien, die es ermöglichen, nur das Unkraut zu spritzen und nicht mehr den gesamten Bestand", sagt Koch und verweist auf Kamerasysteme, die es ermöglichen, ein Unkraut von einer gesunden Pflanze zu unterscheiden. "Das zeigt, dass Nachhaltigkeit immer im Fokus steht bei den Entwicklungen". Durch den Einsatz dieser Technik lasse sich nach derzeitigem Erkenntnisstand der Pflanzenschutzmitteleinsatz je nach Anwendung um bis zu 90 Prozent reduzieren. "Bis die Technik jedoch flächendeckend zum Einsatz kommt, ist noch etwas Weg zu gehen", schätzt Koch.

"Landmaschinen sind Hightech"

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Das Bild des Landmaschinenbauers habe sich gewandelt, "hin zu mehr Personen, die auch in der Lage sind, komplexe Softwarealgorithmen schreiben und entwickeln zu können", sagt der John-Deere-Manager. Trotzdem brauche es weiterhin den klassischen Mechaniker und Elektroniker. Die Mitarbeiter seien bunt gemischt.

Koch zeigt sich aber sehr beeindruckt von der Leistungsfähigkeit der Landwirte: "Ich ziehe immer wieder den Hut vor den Landwirten, was die an Bandbreite und Wissen mitbringen müssen und wie sie sich über die Zeit verändern müssen." Man brauche Menschen mit einer sehr guten Ausbildung: "Das sind Hightech-Maschinen und da braucht es einen gewissen Kenntnisstand darüber, wie das zu bedienen ist", sagt Koch mit Begeisterung.

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Das sei nicht ohne einen gemeinschaftlichen Ansatz zu bewältigen. Der zentrale Punkt sei der Händler vor Ort. "Er ist derjenige, der die Technik vor Ort zum Einsatz bringt und er ist derjenige, der dem Landwirt mit Rat und Tat zur Seite steht", erklärt Koch. Dazu komme, dass jeder Landwirt nicht nur Maschinen von John Deere besitze. Ein Fuhrpark bestehe aus Maschinen unterschiedlichster Hersteller. Inzwischen sei hier auch eine Kompatibilität zwischen den Herstellern geschaffen worden. So können mittlerweile herstellerübergreifend die unterschiedlichsten Cloud-Lösungen miteinander verbunden werden. "So braucht der Landwirt nur in dem Portal seiner Wahl nachschauen und sieht dort beide Maschinen", erklärt Koch.

Wie weit der Einsatz von Drohnen ist und wie lange der Mensch noch der zentrale Punkt in der Landwirtschaft sein wird, erklärt John-Deere-Manager Peter Koch in der neuen Folge von "So techt Deutschland".

Quelle: ntv.de

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