Wirtschaft

Einbruch um 6,6 Prozent Ifo-Institut senkt den Daumen für 2020

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Im Hamburger Hafen herrschte wegen des Coronavirus Flaute.

(Foto: dpa)

Angesichts der Corona-Krise wird die deutsche Wirtschaftsleistung in diesem Jahr wohl noch deutlicher sinken als bislang erwartet. Das Ifo-Institut rechnet inzwischen mit einem Minus von 6,6 Prozent - aber die Experten machen auch Hoffnung auf ein Boom-Jahr 2021.

Das Ifo-Institut erwartet für dieses Jahr einen Einbruch der deutschen Wirtschaftsleistung um 6,6 Prozent. Das sagen die Münchner Wirtschaftswissenschaftler in ihrer aktualisierten Konjunkturprognose voraus. 2021 könnte die Wirtschaft dann von niedrigem Niveau aus um 10,2 Prozent wachsen. Damit rechnen die Ifo-Forscher in diesem Jahr mit einem deutlich gravierenderen Einbruch als während der Finanzkrise 2009. Damals war die Wirtschaftsleistung um 5,7 Prozent geschrumpft.

Kurz nach Beginn der Corona-Beschränkungen im März hatten die Ökonomen noch einen glimpflicheren Verlauf der Krise erwartet. Zuletzt hatten Ifo-Chefkonjunkturforscher Timo Wollmershäuser und seine Kollegen Ende April ein Minus von 6,2 Prozent vorhergesagt. Grundlage der Aktualisierung ist die jüngste Unternehmensbefragung des Instituts.

Die befragten Unternehmen hielten im Schnitt eine Normalisierung ihrer eigenen Geschäftslage innerhalb von neun Monaten für den wahrscheinlichsten Fall, sagte Wollmershäuser. "Nach einem kräftigen Einbruch im zweiten Quartal 2020 um 12,4 Prozent dürfte sich damit die Konjunktur bis Mitte nächsten Jahres erholen."

In einem günstigen Szenario könnte die Normalisierung im Schnitt nur fünf Monate dauern, dann würde auch die Wirtschaftsleistung in diesem Jahr nur um 3,9 Prozent schrumpfen. Im schlechtesten berechneten Szenario mit einer durchschnittlichen Normalisierung erst nach 16 Monaten würde die Wirtschaftsleistung in diesem Jahr sogar um 9,3 Prozent einbrechen. Die Prognose steht allerdings in mehrfacher Hinsicht unter Vorbehalt. Alle drei Szenarien gehen von einer allmählichen Lockerung ab Ende April aus.

Die neue Prognose wurde unter der Annahme erstellt, dass die Ausbreitung des Coronavirus eingedämmt werden kann und keine zweite Infektionswelle auf Deutschland zukommt. Die Ifo-Konjunkturforscher schlossen bei den Berechnungen zudem eine globale Insolvenzwelle aus.

Quelle: ntv.de, jug/dpa