Auswirkung des ÖlpreisverfallsImporte so billig wie lange nicht
Die Preise für Einfuhren nach Deutschland geben im Dezember kräftig nach. Einen so starken Rückgang gab es zuletzt während der Krise vor fünf Jahren. So sinken die Preise für Rohöl und Mineralölerzeugnisse sehr stark.
Fallende Energiepreise haben die Importe nach Deutschland so stark verbilligt wie seit über fünf Jahren nicht mehr. Die Einfuhrpreise sanken im Dezember um 3,7 Prozent zum Vorjahresmonat, teilte das Statistische Bundesamt mit. Einen stärkeren Rückgang gab es zuletzt während der schweren Wirtschaftskrise 2009.
Die Daten signalisieren eine anhaltend schwache Inflation in Deutschland: Im Dezember waren die Verbraucherpreise mit 0,2 Prozent so schwach gestiegen wie seit gut fünf Jahren nicht.
Die Unternehmen konnten am Jahresende vor allem Mineralölprodukte günstiger im Ausland einkaufen. Importiertes Rohöl kostete fast 36 Prozent weniger als im Dezember 2013, Mineralölerzeugnisse wie Benzin verbilligten sich um gut 29 Prozent. Auch viele andere Rohstoffe waren zu einem niedrigeren Preis zu haben, darunter Eisenerz.
2014 fielen die Importpreise um insgesamt 2,2 Prozent, nachdem sie 2013 sogar um 2,6 Prozent gesunken waren. Wegen der niedrigen Inflation in der Währungsunion flutet die Europäische Zentralbank (EZB) die Märkte mit billigem Geld. EZB-Präsident Mario Draghi kündigte erst vorige Woche eines der größten Anleihe-Kaufprogramme an, das es je gab.
Mit der Geldschwemme nach dem Vorbild der US-Notenbank (Fed) will Draghi verhindern, dass die Wirtschaft in eine Deflation abrutscht, also eine gefährliche Abwärtsspirale aus fallenden Preisen auf breiter Front und nachlassenden Investitionen.