Wirtschaft

Explodierende Energiekosten Importe so teuer wie seit Jahrzehnten nicht

Blick auf gestapelte Fässer in einem Lager in Mannheim.

Klammert man Energie aus, waren die Importpreise im März um 16,1 Prozent höher als im Vorjahresmonat.

(Foto: Matthias Schmiedel/FUCHS PETROLU)

Pandemie und Krieg, immer höhere Energiekosten und Inflation - das alles schlägt sich auch in den Importpreisen nieder. Diese erklimmen mittlerweile fast historische Höhen.

Die rasant steigenden Energiekosten haben die deutschen Importe im März so stark verteuert wie seit fast 48 Jahren nicht mehr. Die Einfuhrpreise erhöhten sich um 31,2 Prozent zum Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. "Die aktuellen Daten spiegeln bereits erste Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine wider." Einen höheren Anstieg hatte es zuletzt im September 1974, zur Zeit der ersten Ölpreiskrise gegeben.

Von Reuters befragte Ökonomen hatten nur mit einem Plus von 28,6 Prozent gerechnet. Von Februar auf März verteuerten sich die Einfuhren um 5,7 Prozent. Einer der Hauptgründe für den Preisdruck ist der Energiesektor. Hier waren die Einfuhren um gut 160 Prozent teurer als im März 2021.

Der hohe Anstieg geht besonders auf stark gestiegene Preise für Erdgas zurück. Diese lagen viermal so hoch wie im Vorjahr (+304,3 Prozent). "Nie zuvor hat sich Erdgas im Import innerhalb eines Jahres so stark verteuert wie im März 2022, auch nicht während der beiden Ölkrisen der Jahre 1973/1974 und 1979/1980", betonten die Statistiker.

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Deutlich teurer als vor einem Jahr waren auch Mineralölerzeugnisse mit plus 110,3 Prozent und Erdöl mit plus 81,3 Prozent. Elektrischer Strom war 440 Prozent teurer als vor Jahresfrist, zum Februar verdoppelte sich der Preis. Die Preise für importierte Steinkohle lagen mehr als 300 Prozent über dem Vorjahr und stiegen auch zum Vormonat mit gut 44 Prozent.

Klammert man Energie aus, waren die Importpreise im März nur um 16,1 Prozent höher als im Vorjahresmonat. Wegen des Kriegs in der Ukraine ist die allgemeine Inflation in Deutschland im April auf 7,4 Prozent geklettert. Dies ist der höchste Stand seit Oktober 1981. Die Bundesregierung rechnet in diesem Jahr mit einem Anstieg der Verbraucherpreise von durchschnittlich 6,1 Prozent - was der höchste Stand seit 1981 wäre. Zum Vergleich: Im vorigen Jahr lag die Teuerungsrate bei 3,1 Prozent, 2020 nur bei 0,5 Prozent.

Quelle: ntv.de, ghö/rts

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