Wirtschaft

Panikverkäufe an Kryptobörsen Indien bereitet Verbot von Kryptowährungen vor

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Die indische Zentralbank steht Bitcoin & Co sehr kritisch gegenüber.

(Foto: picture alliance / NurPhoto)

In vielen Ländern arbeiten Regierungen und Aufsichtsbehörden an strengeren Regeln für den Handel mit Kryptowährungen. Besonders weit will Indien gehen. Ein Gesetzentwurf sieht ein fast vollständiges Verbot digitaler Währungen vor - mit einer großen Ausnahme.

Indien bereitet ein weitgehendes Verbot von Kryptowährungen vor. Die Regierung will kommende Woche einen entsprechenden Gesetzesvorschlag im Parlament einbringen. Die Formulierung des Entwurfs ist Berichten zufolge noch nicht endgültig. Der Vorschlag zielt jedoch auf ein Verbot aller privaten Kryptowährungen. Nur die Zentralbank soll künftig eine offizielle Digitalwährung ausgeben.

Möglich sein soll auch weiterhin die Entwicklung und Nutzung von Blockchain-Technologie. Das sind die meist dezentralen, unverfälschbaren Register, auf denen Kryptowährungen beruhen, die aber auch in ganz anderen Bereichen, etwa in der Logistik eingesetzt werden können.

Die Nachricht von dem möglicherweise bald bevorstehenden Verbot von Kryptotransaktionen löste bei einigen indischen Besitzern von Digitalen Devisen Panik aus. Anleger fürchten offenbar, dass es ihnen schon bald nicht mehr möglich sein wird, ihren Bestand an Kryptowährungen in Rupien umzutauschen und auf indische Bankkonten zu transferieren. An der in Indien populären Kryptobörse WazirX brach der Kurs der digitalen Leitwährung Bitcoin innerhalb kurzer Zeit um fast 15 Prozent ein. Auch andere bekannte Kryptowährungen wie Ethereum stürtzten zeitweise ab, während an den internationalen Kryptoplattformen ohne direkte Anbindung an den indischen Markt keine vergleichbaren Bewegungen erkennbar waren.

Weltweit arbeiten Aufsichtsbehörden und Regierungen an Regeln und Gesetzen, um die rasant wachsende Kryptobranche zu regulieren. Dabei geht es nicht nur um den Schutz von Verbrauchern vor riskanten und teils betrügerischen Anlagen, sondern auch um mögliche Gefahren für die Stabilität des Finanzsystems insgesamt. Am weitesten ist bislang China gegangen, das das Mining, die aufwendigen Rechenprozesse, die Kryptowährungen wie Bitcoin am Laufen halten, sowie Kryptotransaktionen weitgehend verboten hat. Dem Kurs von Bitcoin & Co. hat das mittelfristig nicht geschadet.

Indiens Zentralbank und Regierung stehen Kryptowährungen seit Längerem skeptisch gegenüber. In 2018 hatte die Regierung bereits ein teilweises Verbot des Handels mit Digitalwährungen erlassen. Der Oberste Gerichtshof hatte es jedoch wieder aufgehoben.

Quelle: ntv.de, mbo

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