Wirtschaft

Europa fehlt eine Vision Industrie beklagt Naivität

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Europa fehlt es nach Ansicht der Industrie an einer Idee, wo man in zehn Jahren stehen wolle.

(Foto: imago/BildFunkMV)

Jahrelange Beschäftigung allein mit der Migration und ein lähmender Brexit: Europas Unternehmen schlagen Alarm. Im Wettbewerb mit China warnen sie vor Blauäugigkeit. Der Staatenbund müsse endlich handeln.

Im Wettbewerb mit China haben Industriechefs in Deutschland und Europa Naivität und einen Mangel an Visionen in Europa beklagt. "China hat eine Vision für seine Zukunft, Amerika hat eine. Aber in Europa wissen wir nicht, wo wir in zehn Jahren sein wollen", sagte der Chef des europäischen Unternehmerverbands Business Europe, Pierre Gattaz, der "Bild am Sonntag". Europa brauche eine "positive, enthusiastische Vision".

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) forderte mehr Einsatz von Berlin und Paris. "Deutschland und Europa haben drei Jahre fast nur über Migration geredet", sagte BDI-Präsident Dieter Kempf dem Blatt. "Auch der unselige Brexit kostet uns viel Zeit und Energie. Das fesselt und hindert uns, die Zukunft unseres Kontinents zu gestalten." Deutschland und Frankreich müssten jetzt "dringend vorangehen".

Gattaz warf Europa vor, bei der Zusammenarbeit mit China in der Vergangenheit "sehr naiv" gewesen zu sein: "Wir müssen klarmachen, dass Europa kein Käse ist, an dem jeder knabbern kann." Für Investitionen müssten die gleichen Regeln in China und Europa gelten." Eine gemeinsame europäische Position sei dafür "zentral": "Die Chinesen sind sehr gut darin, Schlupflöcher zu finden. Deshalb sollten wir in Europa keine Löcher haben und eng zusammenstehen."

Auch BDI-Chef Kempf warnte vor Naivität im Umgang mit China: "Wir dürfen nicht blauäugig sein. China spielt oft nach seinen eigenen Regeln. Es liegt an uns Europäern, unsere Forderungen deutlich zu machen." Die EU müsse sich nachdrücklich für faire und gleiche Regeln einsetzen.

Quelle: n-tv.de, jwu/AFP

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