Wirtschaft

Übernahmeplan in den USA Infineon stößt auf Gegenwind

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Die Sache mit Cypress könnte schwieriger werden als gedacht: Die beiden Infineon-Manager Helmut Gassel und Jochen Hanebeck, hier zusammen mit Infineon-Chef Reinhard Ploss (M.) vor der Hauptversammlung vor zwei Wochen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Der geplante Großeinkauf im Markt für Hightech-Autoelektronik gerät ins Wanken: Der deutsche Chiphersteller Infineon löst mit dem Griff nach Cypress in Washington unerwarteten Widerstand aus. Die Amerikaner sehen die nationale Sicherheit in Gefahr.

Eine US-Genehmigungsbehörde hat sich einem Medienbericht zufolge gegen die von Infineon geplante Milliarden-Übernahme von Cypress Semiconductor ausgesprochen. Das Komitee für Ausländische Investitionen in den USA (CFIUS) habe Präsident Donald Trump empfohlen, den Plan des deutschen Chipherstellers aus Gründen der nationalen Sicherheit abzulehnen, meldete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf nicht näher genannte Quellen.

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Die genaue Begründung sei noch nicht bekannt, hieß es aus Insiderkreisen. Stellungnahmen des Präsidialamts, des Finanzministeriums und von Infineon lagen in der Nacht zunächst noch nicht vor. Cypress lehnte einen Kommentar auf Anfrage ab.

Das US-Unternehmen stellt unter anderem Halbleiter für selbstfahrende Autos her. Infineon will mit dem Zukauf in die Liga der zehn weltgrößten Chiphersteller aufsteigen. Nach der Ankündigung des geplanten Geschäfts mit einem Volumen von etwa neun Milliarden Euro im Sommer hatte Infineon noch erklärt, dass mit Widerstand der Behörden nicht zu rechnen sei.

Angst vor Einfluss aus dem Ausland

Gut zwei Jahre zuvor war die vom Dax-Konzern angedachte Übernahme des US-Chipbauers und Militär-Lieferanten Wolfspeed gescheitert, weil CFIUS auch hier die nationale Sicherheit bedroht sah und eine entsprechende Empfehlung ausgesprochen hatte.

Der Bundesverband der deutschen Industrie (BDI) hatte seine Mitgliedsunternehmen schon Ende vergangenen Jahres vor wachsenden Widerständen gegen Direktinvestitionen in den USA gewarnt. Der Zustrom ausländischen Kapitals werde "zunehmend als Bedrohung gesehen".

Die "kritische Haltung der US-Regierung gegenüber Offenheit" schlage sich auch im Umgang mit Auslandsinvestitionen nieder, hieß es in einem BDI-Beitrag. Die "zunehmende Sorge vor dem Einfluss ausländischer Investoren" komme in einer sogenannten FIRRMA-Reform zur Kontrolle von Auslandsinvestitionen zum Ausdruck. "Die Kompetenzen des für Investitionskontrollen zuständigen Ausschusses CFIUS wurden deutlich ausgeweitet."

Quelle: ntv.de, mmo/rts

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