Wirtschaft

Nach Säureanschlag auf Manager Innogy setzt 100.000 Euro Belohnung aus

127764131.jpg

Günther im März 2019, ein Jahr nach dem Anschlag. Der Manager hat immer noch mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Im März 2018 wird der Innogy-Finanzchef Bernhard Günther von Vermummten überfallen und mit Säure überschüttet. Es gibt Verdächtige, aber keine Beweise. Nun soll eine hohe Belohnung Mitwisser zum Reden bringen.

Zwei Jahre nach dem Säure-Attentat auf den Manager Bernhard Günther setzt das Unternehmen Innogy eine Belohnung von bis zu 100.000 Euro für Hinweise auf die Täter aus. Günther sagte der "Bild"-Zeitung: "Ich will wissen, wer dahinter steckt und was die Hintergründe sind. Das würde mir und meiner Familie helfen, das Erlebte seelisch zu bewältigen und damit abzuschließen."

Laut "Bild"-Zeitung lässt Innogy ab Dienstag zudem hunderte Fahndungsplakate in Köln und Düsseldorf aufhängen. Auch im Rotlicht-Milieu. Denn dort sollen die Täter nach Ansicht Günthers angeheuert worden sein. Der Manager sagte dem Blatt: "Erst wenn die Täter, die Mittelsmänner und hoffentlich auch der Auftraggeber bekannt sind und ihre Schuld bewiesen ist, kann ich mit dieser schlimmen Geschichte abschließen."

Günther war im März 2018 angegriffen und durch die Säure im Gesicht schwer verletzt worden. Als die Polizei die Ermittlungen mangels weiterer Ansätze einstellte, setzte Innogy eine erste Belohnung aus. Ein anonymer Hinweis führte zu einem Mann, der im Oktober 2019 festgenommen wurde - und rund vier Wochen später wieder frei kam. Der Manager hatte danach in einem "Handelsblatt"-Interview gesagt, dass er das Motiv der Attacke im beruflichen Umfeld sehe. Er habe als Auftraggeber eine spezielle Person im Verdacht. Gegenüber der "Bild" sagte er jetzt erneut: "Es gibt ja bereits Hinweise, wer diesen Säureanschlag auf mich in Auftrag gegeben haben könnte. Ich hoffe, dass wir mit dieser Belohnung dafür nun auch Beweise erhalten."

Er gehe davon aus, dass er durch den Anschlag erblinden sollte, sagte Günther dem "Handelsblatt": "Wenn jemand scharf auf Ihren Job ist oder glaubt, dass Sie seiner Karriere im Wege stehen, dann wäre das schon eine sehr effektive Methode". Die RWE-Tochter Innogy wurde gerade von Eon übernommen und soll in den Konzern integriert werden. Noch ist Günther Finanzvorstand von Innogy.

Quelle: ntv.de, ino/dpa

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.