Wirtschaft

Nachrüstung nach "Dieselgate" Installierte VW erneut Schummel-Software?

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Der Dieseskandal hält bereits seit mehr als drei Jahren den VW-Konzern in Atem.

(Foto: picture alliance/dpa)

Es droht eine neue Volte im Dieselskandal bei VW: Beim Nachrüsten betroffener Motoren wird laut einem Medienbericht erneut eine möglicherweise unzulässige Software verwendet. Deren Funktion könnte dabei helfen, Abgaswerte zu verschleiern.

Der Autobauer VW könnte beim Nachrüsten von Diesel-Motoren eine Betrugssoftware gegen eine andere ausgetauscht haben: Laut einem Medienbericht soll der Autobauer bei betroffenen Motoren des Typs EA 189 ein Update installiert haben, das möglicherweise ebenfalls bei Prüfstandmessungen betrügt, berichtet die "Bild am Sonntag". Auf den Umstand aufmerksam gemacht hat in diesem Fall die interne Qualitätssicherung des Wolfsburger Konzerns.

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Demnach soll das Software-Update für 1,2-Liter-Motoren eine möglicherweise illegale Funktion beinhalten. Diese ist laut dem Bericht so programmiert, dass das Fahrzeug für die Dauer des behördlichen Testverfahrens NEFZ sauber fährt. Eine Aufwärmfunktion erhöht demnach die Abgasreinigung nach dem Start des Motors zunächst, fährt diese nach einem bestimmten Spritverbrauch aber wieder runter.

Experten des Kraftfahrtbundesamts (KBA) gehen intern bereits von einer unzulässigen Abschaltvorrichtung aus. Die Behörde war von Volkswagen selbst über Auffälligkeiten informiert worden, wie ein VW-Sprecher auf Anfrage erklärte. Auch das Bundesverkehrsministerium bestätigte dem Blatt, dass das KBA den Vorgang prüft. Die Nachrüstung mit dem umstrittenen Update soll laut "BamS" mittlerweile gestoppt worden sein.

Rund 10.000 Polo in Deutschland betroffen

Betroffen von dem möglichen Betrugs-Update wären alleine in Deutschland unter anderem 10.000 VW Polo. Im Gegensatz zu den zwei anderen Varianten des Motorentyps EA 189 mit 1,6 und 2,0 Liter Hubraum ist die nun betroffene 1,2-Liter-Version allerdings nicht sehr oft verbaut worden. Vom eigentlichen "Dieselgate" betroffen sind insgesamt rund elf Millionen Modelle von VW, Audi und Skoda, in denen zwischen 2009 und 2014 Motoren des Typs EA 189 verbaut worden sind.

Die Nachrüstungen, Bußgelder, Entschädigungen für Investoren und Kunden haben den VW-Konzern seit 2015 bereits mehr als 27 Milliarden Euro gekostet. Allein in diesem Jahr belaufen sich die Kosten auf 5,5 Milliarden Euro, wie Finanzvorstand Frank Wittwer der "Börsen-Zeitung" sagte. "Im kommenden Jahr rechnen wir mit einer Summe von etwa zwei Milliarden Euro, 2020 sollte es noch rund eine Milliarde Euro sein."

Quelle: n-tv.de, kst

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