Wirtschaft

Modemchip wird eingestampft Intel gibt Rennen um 5G-Netz in USA auf

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Intel will keine Modemchips für 5G-Smartphones entwickeln.

(Foto: imago images / Alexander Pohl)

Der Konkurrenzkampf bei der Entwicklung von 5G-Chips für Smartphones ist groß. Intel wird darin in Zukunft nicht mehr mitmischen. Ob die Ankündigung des Chipherstellers Ursache oder Resultat der Einigung zwischen Großkunde Apple und Konkurrent Qualcomm ist, bleibt jedoch unklar.

Der US-Technologiekonzern Intel will seine Pläne zur Herstellung von Modemchips für 5G-Smartphones aufgeben. Die Ankündigung des Halbleiterherstellers kam nur Stunden nachdem sein größter Konkurrent, Qualcomm, einen jahrelangen Patentrechtsstreit mit Apple beigelegt hat. Die Entscheidung von Intel überlässt nun das Feld für eine wichtige Komponente von Smartphones der neuesten Generation seinem größten Konkurrenten.

Qualcomm hatte sich zuvor mit dem iPhone-Hersteller geeinigt. Die Vereinbarung beinhalte einen mehrjährigen Vertrag über die Lieferung von Modems. Apple vollzieht damit eine Kehrtwende, nachdem Intel zuletzt der alleinige Lieferant für diesen Chiptyp war und Qualcomm nach Jahren als Zulieferer abgelöst hatte.

Konkurrenz für Intel war groß

Neben Qualcomm produziert nur eine Handvoll weiterer Unternehmen solche Chips, welche die Verbindung und den Datentransfer zwischen Smartphones und Mobilfunkmasten steuern, darunter die taiwanesische Mediatek und Huawei Technologies aus China. Auch der südkoreanische Smartphone-Hersteller Samsung entwickelt 5G-Modems für seine eigenen Geräte.

In einer Stellungnahme sagte Geschäftsführer Bob Swan, dass Intel zwar enthusiastisch über 5G im Modemgeschäft sei, "es sich aber herausgestellt hat, dass es keinen klaren Pfad zu Profitabilität und positive Renditen gibt". Die neue Generation der Wireless-Technologie habe weiterhin hohe strategische Priorität. Intel werde "seine Optionen zur Realisierung des von uns geschaffenen Wertes" in 5G prüfen. Dies beinhalte die Verwendung in anderen Geräten und Plattformen. Intel arbeitet seit Jahren am Aufbau seines Wireless-Geschäfts und investierte Millionen von Dollar in die Entwicklung von Smartphone-Chips unter dem früheren CEO Brian Krzanich, der 5G- und Mobilfunktechnologie als neue große Einnahmequelle für das Unternehmen angepriesen hatte.

Nahm Intel Apple die Alternativen?

Unklar blieb zunächst, ob die Aussicht auf den Verlust des wichtigsten Kunden Intel zu diesem Rückzug bewog. Es spricht aber viel dafür, dass Apple Frieden mit Qualcomm schließen musste, weil der iPhone-Konzern schon wusste, dass es von Intel keinen 5G-Chip mehr geben wird und man deshalb auf eine Kooperation mit Qualcomm alternativlos angewiesen ist.

Intel hatte sein Smartphone-Modem für den superschnellen 5G-Datenfunk noch im Januar auf der Elektronikmesse CES für 2020 in Aussicht gestellt. Damit wären iPhones mit 5G bereits später auf den Markt gekommen als diverse Smartphones der Konkurrenz mit Qualcomm-Chips an Bord.

Quelle: n-tv.de, mba/DJ/dpa

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