Wirtschaft

Zukauf von Kapazitäten geplant Intel schlägt Erwartungen

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Intels neuer Chef Pat Gelsinger will den Konzern neu aufstellen.

(Foto: dpa)

Die anhaltend hohe Nachfrage nach Halbleitern macht Intel zuversichtlicher. Der US-Chipkonzern, der als einer der wenigen Anbieter weltweit nicht nur entwickelt, sondern auch produziert, korrigiert seine Erlösprognose fürs Gesamtjahr um eine Milliarde Dollar nah oben.

Der Chip-Riese Intel profitiert weiterhin von der erhöhten PC-Nachfrage in der Corona-Pandemie. Intel verkaufte im vergangenen Quartal allein 40 Prozent mehr Notebook-Prozessoren als ein Jahr zuvor. Zugleich ging aber das Geschäft mit Rechenzentren im Jahresvergleich zurück, wie das Unternehmen am Donnerstag nach US-Börsenschluss mitteilte. Der Konzernumsatz blieb demnach mit 19,6 Milliarden Dollar praktisch unverändert. Auch der Gewinn war mit einem Minus von 0,8 Prozent auf 5,06 Milliarden Dollar auf Vorjahresniveau.

Die Erlöse der PC-Sparte des Konzerns stiegen angesichts gesunkener Durchschnittspreise verkaufter Chips mit einem Plus von 6,4 Prozent auf 10,1 Milliarden Dollar deutlich weniger stark als die Stückzahlen. Der Umsatz im Geschäft mit Rechenzentren sank binnen eines Jahres um 9,3 Prozent auf 6,45 Milliarden Dollar. Intel bekam zuletzt mehr Konkurrenz in dem Bereich - und sieht den in der Corona-Krise zunächst sprunghaft gestiegenen Bedarf an neuen Servern teilweise gesättigt.

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Intel befindet sich mitten in der Neuaufstellung. Firmenchef Pat Gelsinger, der Mitte Februar das Ruder übernommen hat und von der Softwarefirma VMware kam, will, dass Intel künftig stärker in der Auftragsfertigung tätig ist. Der Aufbau zusätzlicher Kapazitäten dürfte allerdings viel Zeit und Geld verschlingen, weswegen Intel schon ein Auge auf den Wettbewerber GlobalFoundries geworfen haben soll. Entsprechende Gerüchte wollte Gelsinger nicht kommentieren, sagte aber, Zukäufe seien Teil der Strategie beim Aufbau der Auftragsfertigung. Analysten machen allerdings neben GlobalFoundries nur wenige Übernahmekandidaten aus - in einer Zeit, in der die gesamte Industrie ihre Kapazitäten hochfährt.

Konkurrenten wie AMD, die komplett auf Auftragsfertiger setzen, leiden deutlich stärker als Intel unter den Engpässen bei Halbleiterkomponenten und Rohmaterialien. Die zunehmende Digitalisierung in der Corona-Krise hat zuletzt die Nachfrage nach Chips deutlich in die Höhe getrieben.

Quelle: ntv.de

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