Wirtschaft

Energiepreise steigen deutlichIran-Krieg treibt US-Inflation weiter auf Drei-Jahres-Hoch

12.05.2026, 17:01 Uhr
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An den Tankstellen zogen die Preise besonders spürbar an. (Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com)

Die gestiegenen Öl- und Gaspreise infolge des Krieges im Nahen Osten machen auch um die USA keinen Bogen. Die Teuerung pirscht sich im April an die Vier-Prozent-Marke. Damit rückt die von Präsident Trump geforderte Zinssenkung in weite Ferne.

In den USA sind die Verbraucherpreise so stark gestiegen wie seit drei Jahren nicht. Vor allem die im Zuge des Iran-Krieges gestiegenen Energiepreise befeuern die Inflation. Letztlich zogen die Verbraucherpreise im April auf Jahressicht um 3,8 Prozent an, wie das Arbeitsministerium mitteilte. Volkswirte hatten mit 3,7 Prozent gerechnet. Der Ende Februar ausgebrochene Konflikt in Nahost hatte die Teuerungsrate im März bereits auf 3,3 Prozent getrieben. Die Inflation stieg damit auf den höchsten Stand seit Mai 2023.

Auch die Kerninflation, bei der schwankungsanfällige Preise für Energie und Lebensmittel ausgeklammert werden, legte im April von zuvor 2,6 auf 2,8 Prozent zu. Diese Teuerungsrate bildet den zugrunde liegenden Inflationstrend gut ab und wird daher von der Notenbank Federal Reserve besonders stark beachtet. Dagegen verteuerte sich Treibstoff im Jahresvergleich um 28,4 Prozent Prozent. Die Energiepreise insgesamt fielen um 17,9 Prozent höher aus. Für Lebensmittel mussten die Verbraucher 3,2 Prozent mehr zahlen.

Die Lebenshaltungskosten stehen in den USA weiter im Mittelpunkt der politischen Debatte. Umfragen zeigen eine stark gesunkene Zustimmung zur Wirtschaftspolitik von Präsident Trump. Der Iran-Krieg hat die Kritik auch im Lager des Präsidenten verschärft. Vor Beginn der US-israelischen Luftangriffe auf den Iran Ende Februar hatte der Präsident einen Wirtschaftsboom und "rapide" fallende Preise für Benzin und Lebensmittel in Aussicht gestellt. Im November finden in den USA die Zwischenwahlen zum Kongress statt, die als bisher wichtigster Stimmungstest für Trump gelten.

Für Tobias Basse von der NordLB liefern die Zahlen Grund genug für Pessimisten, sich "zunehmend Sorgen bezüglich der persönlichen Finanzsituation der privaten Haushalte machen". Doch ein Blick in die Vergangenheit zeige, dass man sich für gewöhnlich "nie zu große Sorgen um die Konsumfreude in den Vereinigten Staaten machen sollte". Angesichts weiter solider Daten vom Arbeitsmarkt könnten sich im zweiten Halbjahr für die US-Notenbank allerdings schon noch Spielräume für Leitzinssenkungen ergeben.

Etwas pessimistischer sieht es Bastian Hepperle vom Bankhaus Hauck Aufhäuser Lampe. Für ihn ist an eine Rückkehr der Inflationsraten nahe zwei Prozent für dieses Jahr nicht zu denken. "Angesichts der aufwärtsgerichteten Inflationsrisiken wird der neue Fed-Chef Warsh Trumps Zinssenkungswünsche wohl enttäuschen." Für die Helabadürften sogar die Zinserhöhungserwartungen verstärkt werden". Die Fed beließ den Leitzins zuletzt in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent.

Quelle: ntv.de, jwu/rts/AFP

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