Wirtschaft

Mit dem Segen der USAIran verdient im Krieg bestens am Ölexport

17.03.2026, 13:08 Uhr
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Über die Terminals der "Öl-Insel" Charg exportiert der Iran rund 90 Prozent seines Rohöls. Hier ein Bild aus dem Jahr 2017. (Foto: picture alliance / AA)

Während die Straße von Hormus für die meisten Schiffe seit Kriegsbeginn gesperrt war, kann der Iran sein eigenes Öl weiter ungehindert ausführen. Dank des steigenden Ölpreises verdient das Regime kräftig. Die USA lassen das ganz bewusst geschehen.

Während der Krieg der USA und Israels gegen den Iran mit unverminderter Intensität fortgesetzt wird, exportiert die islamische Republik nicht nur weiter Öl in erheblichem Umfang. Dank der stark gestiegen Preise kann der Iran ihre Gewinne aus dem Ölgeschäft sogar erheblich steigern. Die "Financial Times" (FT) beziffert Einnahmen auf bis zu 140 Millionen Dollar täglich.

Iranischen Angaben zufolge läuft die Verschiffung von iranischem Rohöl über den Exportterminal auf der Insel Charg seit Kriegsbeginn weitgehend normal weiter. Der zuständige Vize-Gouverneur sagte laut der staatlichen Nachrichtenagentur Irna, "das alltägliche Leben und die Routine der Bewohner" auf Charg gingen normal weiter, ebenso die Aktivitäten der Ölfirmen. Internationale Analysten bestätigten das. Dem Wirtschaftsinformationsdienst Kpler zufolge wurden seit Kriegsbeginn 13 Supertanker beladen.

Das dürfte, wie die "FT" berichtet etwa 1,5 bis 1,6 Millionen Barrel Öl pro Tag entsprechen. Üblicherweise wird iranisches Rohöl aufgrund der amerikanischen Sanktionen gegen das Land mit einem Preisabschlag von rund 10 Dollar gegenüber Brent-Öl gehandelt. Dessen Preis lag in den vergangenen Tagen bei rund 100 Dollar, fast 30 Dollar mehr als am Tag vor Kriegsbeginn. Daraus ergeben sich geschätzte Einnahmen von rund 140 Millionen Dollar pro Tag für den Iran.

Offizielle Angaben zu den Exportmengen gibt es nicht, aber auf der Grundlage von Satellitenbildern schätzt Kpler, dass die Tanker seit dem 28. Februar etwa 24 Millionen Barrel Rohöl durch die Straße von Hormus transportiert haben.

Hauptkunde des iranischen Öls ist China, das die amerikanischen Sanktionen gegen den Iran nicht anerkennt. Tanker mit iranischem Rohöl scheinen auch weiter unbehindert die Straße von Hormus zu durchfahren, die der Iran zu Kriegsbeginn für gesperrt erklärt hatte. Bei iranischen Angriffen auf Tanker und andere Schiffe im persischen Golf starben in den vergangenen beiden Wochen mehrere Seeleute. Inzwischen sollen nach iranischen Angaben nur noch amerikanische und israelische Schiffe von der Blockade betroffen sein.

Zwischen Israel und den USA herrscht Uneinigkeit darüber, wie mit dem florierenden iranischen Ölgeschäft umzugehen ist. Die US-Regierung kritisierte einen israelischen Angriff auf ein iranisches Öllager bei Teheran in der vergangenen Woche scharf. Nach Angaben von Finanzminister Scott Bessent haben die USA kein Interesse daran, die iranischen Exporte zu unterbinden oder auch nur einzuschränken. "Wir lassen das geschehen, um den Rest der Welt zu versorgen", sagte Bessent dem Fernsehsender CNBC.

Die US-Regierung hofft, dass die iranischen Exporte dazu beitragen, den Preisanstieg für Rohöl weltweit zu dämpfen. Aus ähnlichen Gründen hatten die USA und andere westliche Länder auch im Zuge des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine russische Ölexporte lange Zeit nicht generell sanktioniert, sondern versucht, die Einnahmen des Kreml mit einem Preisdeckel zu begrenzen. Zuletzt hatte die US-Regierung auch Anstrengungen zurückgenommen, Länder wie Indien davon abzuhalten, russisches Öl zu kaufen.

Bessent geht eigenen Angaben nach davon aus, dass der Iran vermehrt Schiffe aus Ländern wie Indien und China wieder durch die Straße von Hormus fahren lassen wird. "Vorerst ist das in Ordnung für uns", sagte der US-Finanzminister. "Wir wollen, dass die Welt gut versorgt wird."

Quelle: ntv.de, mbo

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