Wirtschaft

Umdenken bei Mindeststeuer-Pakt Irland erhöht Apple und Co. doch die Steuern

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Globale Großkonzerne wie Apple und Facebook kommen nun doch auch in Irland an die etwas kürzere Steuer-Leine.

(Foto: picture alliance / empics)

134 Länder unterzeichnen ein Abkommen für einen Mindeststeuersatz für Großkonzerne. In Europa aber bleibt ausgerechnet Irland außen vor, das mit niedrigen Abgaben viele Unternehmen anlockt. Nun aber lenkt das Land ein. 1500 internationalen Konzernen stehen höhere Steuerrechnungen ins Haus.

Irland will nun doch der OECD-Vereinbarung über einen globalen Mindestbesteuerungssatz von 15 Prozent für große Konzerne beitreten. Die Regelung sei der "richtige" Weg, eine "ausgeglichene" Entscheidung und ein "fairer Kompromiss", sagte Finanzminister Paschal Donohoe nach einer Kabinettssitzung. Auch Estland kündigte die Unterzeichnung des Abkommens an.

Die Finanzminister der G20-Staaten hatten sich im Juli auf eine globale Mindeststeuer für Großkonzerne mit einem Jahresumsatz von mindestens 750 Millionen Euro geeinigt. Für sie soll künftig überall mindestens 15 Prozent Unternehmenssteuer fällig werden.

Seitdem haben 134 Länder die unter Ägide der OECD verhandelte Vereinbarung unterzeichnet. Irland hatte dies jedoch lange verweigert. Das Land hatte in der Vergangenheit mit einem im internationalen Vergleich sehr niedrigen Satz von 12,5 Prozent Unternehmenssteuer viele internationale Großkonzerne angezogen. So haben etwa Google, Apple und Facebook ihre Europazentralen in Irland, Airbnb und Amazon sind ebenfalls mit großen Standorten vertreten.

1500 ausländische Unternehmen betroffen

Nach Angaben von Donohoe sind 56 irische Unternehmen mit rund 100.000 Angestellten sowie 1500 ausländische Unternehmen mit Niederlassungen in Irland und rund 400.000 Angestellten im Land von dem künftig höheren Steuersatz betroffen. Der Finanzminister rechnet demnach mit einem Inkrafttreten des neuen Steuersatzes im Jahr 2023. Er zeigte sich überzeugt, dass Irland auch weiterhin international "wettbewerbsfähig" bleiben werde.

Wenig später kündigte auch Estland an, sich der Vereinbarung anschließen zu wollen. "Wir treten dem globalen Steuerabkommen bei", erklärte Regierungschefin Kaja Kallas. Für die meisten estnischen Unternehmen werde sich aber nichts ändern, versprach sie. Ungarn ist damit das letzte Mitgliedsland der OECD, das nicht unterschreiben will.

Quelle: ntv.de, mra/AFP

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