Wirtschaft

Als "anfällig" eingestuft Italienische Bank versagt bei Stresstest

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Die Banca Carige soll bei dem Test die Anforderung an die harte Kernkapitalquote nicht erfüllt haben.

(Foto: imago stock&people)

Erneut werden rund 50 Geldhäuser in Europa auf ihre Krisentauglichkeit getestet. Laut einem Medienbericht fällt ein italienisches Institut dabei allerdings durch. Die Banca Carige rutscht während der Simulation beim Kernkapital in den roten Bereich.

Bei dem mit Spannung erwarteten Stresstest der europäischen Geldhäuser ist in Italien einem Zeitungsbericht zufolge nur die Banca Carige durchgefallen. Sie sei die einzige italienische Bank, die als "anfällig" eingestuft worden sei, berichtete die Zeitung "Il Sole 24 Ore" ohne konkrete Angabe von Quellen. Die harte Kernkapitalquote des Instituts sei bei dem simulierten Stresstest unter die Schwelle von 5,5 Prozent gefallen. Banca Carige und die EZB waren für einen Kommentar zunächst nicht erreichbar.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte getestet, wie sich bestimmte Szenarien auf Bankbilanzen und Kapitaldecke auswirken. Die Ergebnisse sollen am Abend veröffentlicht werden. Mehr als 50 von der EZB-beaufsichtigte Institute durchliefen parallel zu dem Stresstest der EU-Bankenbehörde EBA einen Fitnesscheck der Notenbank. In Italien wurden dabei sechs mittelgroße Institute geprüft. Die EZB will die Ergebnisses ihres Stresstests nicht veröffentlichen.

Die Resultate des europaweiten EBA-Stresstests sollen dagegen am Abend publiziert werden. Dabei stehen die italienischen Institute besonders im Fokus, weil sie zehn Jahre nach Ausbruch der globalen Finanzkrise immer noch auf einem riesigen Berg an faulen Krediten sitzen. Ingesamt wurden von der EBA in den vergangenen Monaten 48 Banken aus 15 EU-Ländern und Norwegen unter die Lupe genommen.

Darunter auch acht deutsche Institute: Neben den beiden Großbanken Deutsche Bank und Commerzbank sind die vier Landesbanken BayernLB, LBBW, Helaba und NordLB sowie die nordrhein-westfälische Förderbank NRW-Bank dabei. Die DZ Bank, das Zentralinstitut der Volks- und Raiffeisenbanken, hatte vor zwei Jahren wegen der damals anstehenden Fusion mit der WGZ pausieren dürften. Nun nehmen die Aufseher die zweitgrößte deutsche Bank wieder unter die Lupe.

NordLB wohl deutsches Schlusslicht

Unter den deutschen Banken ging die NordLB, die aktuell auf Investorensuche ist, mit dem geringsten Kapitalpolster in den Stresstest. Nach Informationen von Reuters ist es unter dem strengen Stressszenario auf rund sieben Prozent geschmolzen. Damit dürfte das Institut von allen deutschen Banken wohl am schlechtesten abschneiden.

Auf Basis der Bilanzen zum Jahresende 2017 mussten die Banken durchrechnen, wie viel dünner ihre Kapitaldecke innerhalb von drei Jahren werden würde, wenn die Konjunktur einbricht, die Arbeitslosenzahlen steigen und die Immobilienpreise in den Keller gehen. Die Aufseher versprechen sich davon Erkenntnisse darüber, wie anfällig einzelne Häuser für mögliche Schocks wären und ob sie möglicherweise ihre Kapitalpuffer für Krisenzeiten verstärken müssen.

Unumstritten sind die Tests nicht: Welche Risiken in den Szenarien wie stark gewichtet werden, liegt letztlich in der Hand der Aufseher. Und auch, dass nicht für alle Banken Ergebnisse veröffentlicht werden, stößt auf Kritik.

Quelle: n-tv.de, kst/rts/dpa

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