Wirtschaft

Suchtgefährdende Schmerzmittel? J&J soll halbe Milliarde Dollar Strafe zahlen

RTX6X3H2.jpg

Johnson & Johnson will Berufung gegen das Gerichtsurteil einlegen.

(Foto: REUTERS)

Johnson & Johnson soll aus Profitgier Suchtrisiken seiner Medikamente verschleiert haben - mit weitreichenden Folgen für Patienten. Der US-Pharmariese wird vor Gericht zu einer saftigen Strafe verdonnert, die dennoch geringer ausfällt als befürchtet - folglich steigt die Aktie des Konzerns.

Der US-Pharmakonzern Johnson & Johnson ist im US-Bundesstaat Oklahoma wegen unrechtmäßiger Vermarktung von suchtgefährdenden Schmerzmitteln zu einer hohen Strafe verurteilt worden. Der zuständige Richter Thad Balkman ordnete eine Zahlung von 572 Millionen Dollar an, weil der Konzern zur Medikamentenabhängigkeit im US-Bundesstaat Oklahoma beigetragen habe. Johnson & Johnson kündigte umgehend an, Berufung gegen die Entscheidung einzulegen.

Der Generalstaatsanwalt von Oklahoma, Mike Hunter, hatte dem Konzern vorgeworfen, mit suchtgefährdenden Schmerzmitteln ein Wegbereiter der Opioid-Epidemie und Drogenkrise gewesen zu sein. Johnson & Johnson wurde in der Klage beschuldigt, bei der Vermarktung der Medikamente aus Profitgier Suchtrisiken durch irreführende Angaben verschleiert zu haben. Oklahomas Staatsanwalt Hunter hatte eine noch deutlich höhere Strafe von über 17 Milliarden Dollar gefordert.

Anleger reagierten erleichtert auf das Urteil, die Aktie von Johnson & Johnson stieg nachbörslich zeitweise um mehr als fünf Prozent. Die Klage richtete sich auch gegen andere Unternehmen, doch Purdue Pharma - der Hersteller des berüchtigten Schmerzmittels Oxycontin - und Teva hatten sich auf Vergleichszahlungen von 270 Millionen beziehungsweise 85 Millionen Dollar geeinigt und den Prozess damit abgewendet. Es laufen jedoch noch viele weitere ähnliche Klagen in den USA.

Quelle: n-tv.de, bad/dpa/rts

Mehr zum Thema