Wirtschaft

Verkauf nicht ausgeschlossen Jenoptik gliedert Militärgeschäft aus

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Jenoptik liefert unter anderem Vermessungstechnik.

(Foto: dpa)

Der Technologiekonzern Jenoptik schärft sein Profil. Dazu baut sich der Konzern um. Geschäftsbereiche werden neu gruppiert. Einzelne Regionen sollen mehr Autonomie erhalten. Die Mitarbeiter werden mit einem Wachstumsversprechen beruhigt.

Der ostdeutsche Technologiekonzern Jenoptik stellt sich nach einem Jahr mit Bestmarken bei Umsatz und Ertrag neu auf. Vorstandschef Stefan Traeger schloss bei der Vorlage der Zahlen für 2017 einen Verkauf des Militärtechnikgeschäfts nicht aus. "Wir haben keine konkreten Pläne, uns davon zu trennen. Wir wollen aber für die Zukunft nichts ausschließen", sagte er in Jena. Jenoptik liefert unter anderem Teile für Panzer und Militärflugzeuge.

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Der TecDax-Konzern wolle sich stärker auf sein Kerngeschäft Optoelektronik konzentrieren - also auf Laser, optische Systeme, Sensoren und Robotik, kündigte Traeger an. Bis 2019 sollen die Geschäftsbereiche mit einer Vielzahl von Firmen in drei schlagkräftigen Divisionen im Bereich Optoelektronik zusammengefasst werden. Aus dem jetzigen Geschäftsbereich Verteidigung, der künftig unter einer eigenen Marke firmieren solle, würde der Optoelektronikteil herausgelöst.

Zudem soll Jenoptik, der weltweit über Niederlassungen verfügt, globaler agieren, sagte Traeger. Das bedeute mehr internationale Teams und mehr lokale Entscheidungskompetenzen. Mindestens eine der Divisionen solle zudem ihren Hauptsitz im Ausland erhalten. Traeger ließ offen, welcher Bereich das sein könnte, schloss aber die in Jena angesiedelte Optik aus. Die Mitarbeiter müssten sich wegen des Umbaus keine Sorgen machen. "Wir haben nicht vor, eine große Restrukturierungsorgie zu feiern." Es gehe nicht um die Verlagerung von Bereichen, sondern um Auf- und Ausbau.

Eine hohe Nachfrage nach optischen Systemen aus der Halbleiterindustrie hatte Jenoptik 2017 ein Umsatzplus von 9,2 Prozent auf 748 Millionen Euro gebracht. Das operative Ergebnis stieg nach vorläufigen Angaben um gut 12 Millionen auf knapp 78 Millionen Euro. Die endgültigen Zahlen inklusive des Nettogewinns werden am 22. März vorgelegt.

Im laufenden Jahr soll die operative Marge zwischen 10,5 bis 11,0 Prozent liegen. Bisher wurden etwa 10 Prozent in Aussicht gestellt. Der Umsatz wird weiter zwischen 790 Millionen und 810 Millionen Euro gesehen. Bis 2022 sollen die Erlöse im Durchschnitt pro Jahr um einen mittleren bis hohen einstelligen Prozentwert klettern.

Quelle: ntv.de, jwu/rts