Wirtschaft

Arbeitslosigkeit sinkt weiter Jobaufbau beginnt zu stottern

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(Foto: picture alliance / dpa)

Auf dem deutschen Arbeitsmarkt läuft es weiter rund: Die Zahl der Erwerbslosen ist auf einem historischen Tiefstand. Die gute Wirtschaftslage ist dafür aber nur teilweise verantwortlich. Und eine Kennziffer sorgt für etwas Aufmerksamkeit.

Neigen sich die goldenen Zeiten am deutschen Arbeitsmarkt dem Ende entgegen? Der Beschäftigungsaufbau sei zuletzt "ins Stocken geraten", sagte der Chef der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise. Der Arbeitsmarkt habe sich derweil allerdings auch im November grundsätzlich günstig entwickelt. "Die Arbeitslosigkeit hat weiter abgenommen und die Nachfrage nach neuen Mitarbeitern bewegt sich auf einem anhaltend hohen Niveau", sagte er.

Einmal mehr hielt die gute Konjunktur die Arbeitslosigkeit in Deutschland auf historisch niedrigem Niveau. Die Arbeitslosenzahl sank im November nach BA-Angaben im Vergleich zum Vormonat um 8000 auf 2,532 Millionen. Auf Jahressicht waren gut 100.000 Menschen weniger erwerbslos gemeldet.  Die Arbeitslosenquote ging auf 5,7 Prozent zurück. Der neuerliche Rückgang der Erwerbslosenzahlen im Herbst hat vor allem saisonale Gründe: Ausbildungsabsolventen finden eine feste Stelle, Schulabgänger beginnen ein Studium und viele Firmen stellen nach den Werksferien neue Mitarbeiter ein. Im Dezember setzt dann meist die Winterarbeitslosigkeit ein.

"Wir haben beim Arbeitsmarkt eine stabile Lage auf sehr hohem Niveau", sagte Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles. "Rund 411.000 Beschäftigte mehr als im Vorjahr, über 100.000 Menschen weniger als vor einem Jahr sind arbeitslos. Dass jemand aus Beschäftigung in Arbeitslosigkeit fällt –dieses Risiko wird immer geringer." Das liege auch an der hohen Zahl offener Stellen.

Weise: Keine Trendwende

Im abflauenden Stellenboom sieht Weise indes noch keine Trendwende. Laut den aktuellsten Zahlen vom September war die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Stellen in dem Monat erstmals seit längerem etwas gesunken. Weise geht für 2017 dennoch von einer weiter leicht sinkenden Arbeitslosigkeit aus. Im Jahresdurchschnitt rechne er im kommenden Jahr mit 2,62 Millionen Arbeitslosen. Das wären rund 70.000 weniger als voraussichtlich in diesem Jahr.

Weise schließt nicht aus, dass auch der geplante EU-Austritt Großbritanniens Unternehmen dazu veranlasst hat, bei Neueinstellungen zu zögern. Auch die angekündigte Abschottungspolitik des künftigen US-Präsidenten Donald Trump werde womöglich nicht ohne Folgen für die deutsche Wirtschaft bleiben - wenn auch zeitversetzt. "Auf lange Sicht wird das sicher Effekte haben", sagte Weise.

Experten zufolge sorgt die Konjunktur allerdings nur noch für einen verhältnismäßig schwachen Schub. Dennoch sank auch die um jahreszeitliche Einflüsse bereinigte Arbeitslosenzahl im November: Im Vergleich zum Vormonat ging sie um 5000 auf 2,658 Millionen Erwerbslose zurück. Im Westen waren es etwa 2000 Jobsucher weniger, im Osten etwa 3000.

Zugleich legten Erwerbstätigkeit und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung im Vergleich zum Vorjahr weiter zu, wenngleich sich das Wachstum laut BA zuletzt deutlich abgeschwächt hat. Die Nachfrage nach neuen Mitarbeitern sei nach wie vor hoch. Im November waren 681.000 offene Stellen bei der Behörde gemeldet - 71.000 mehr als vor einem Jahr.

Quelle: ntv.de, fma/jwu/dpa/rts

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