Wirtschaft

Potash und Agrium einigen sich K+S-Rivalen fusionieren

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Kalisalz-Gewinnung bei Potash in Kanada.

Reuters

Nachdem die Übernahme von K+S nicht gelungen ist, geht der kanadische Düngemittelkonzern Potash mit dem einheimischen Rivalen Agrium zusammen. Allerdings müssen die Behörden der USA und Kanadas der Fusion noch zustimmen.

Auf dem Düngemittelmarkt steht eine milliardenschwere Fusion ins Haus: Die kanadischen Konzerne Agrium und Potash schließen sich zusammen. Das teilten die Konkurrenten der deutschen K+S mit. Mit der Fusion entsteht ein Düngemittelkonzern mit einem Jahresumsatz von 20,6 Milliarden US-Dollar. Das neue Unternehmen wird knapp 20.000 Mitarbeiter beschäftigen. Den Pro-Forma-Unternehmenswert des fusionierten Konzerns beziffern die Partner laut Mitteilung mit 36 Milliarden Dollar inklusive Schulden.

Potash aus Saskatoon in der Provinz Saskatchewan, der nach Kapazität größte Düngemittelproduzent der Welt, erhält durch den Zusammenschluss Zugang zum starken Handelsnetzwerk von Agrium, über das das Unternehmen Düngemittel, Saatgut und andere Produkte an Landwirte verkauft. Damit kann sich Potash ein Stück weit unabhängiger machen von den starken Preisschwankungen bei Düngemitteln.

Agrium mit Sitz in Calgary kann seine Produktion von Kali und anderen Düngemitteln massiv ausweiten. Agrium geht damit auch eine Wette darauf ein, dass Preise und Nachfrage für diese Produkte den Tiefpunkt erreicht haben und sich wieder erholen. Leichte Mehrheit für Potash-Aktionäre am neuen Konzern
Agrium und Potash erwarten jährliche Synergien im operativen Geschäft von bis zu 500 Millionen Dollar. Möglich werden soll dies durch die Integration von Vertrieb und Handel, von Produktion und Investitionen.

Aktionäre von Potash erhalten an dem fusionierten Unternehmen 0,4 Aktien pro Potash-Aktie. Agrium-Aktionäre bekommen 2,23 Aktien pro Agrium-Papier. Nach Abschluss der Transaktion werden die Potash-Investoren knapp 52 Prozent an dem neuen Konzern halten, Agrium-Aktionäre die restlichen 48 Prozent.

Stimmen die US- und kanadischen Behörden zu?

Potash-Chef Jochen Tilk soll im neuen Konzern Executive Chairman werden, Vorstandschef wird der jetzige Agrium-CEO Chuck Magro. Das Board soll paritätisch besetzt werden. Der Abschluss des Deals ist für Mitte 2017 geplant. Regulierungsbehörden, kanadische Gerichte und Aktionäre müssen der Transaktion noch zustimmen.

Sowohl die kanadischen als auch die US-Behörden dürften genau hinschauen, erwarten Analysten. Sie erwarten, dass Potash und Agrium gemeinsam 23 Prozent der weltweiten Kaliproduktion auf sich vereinigen. In den USA würden sie mindestens 60 Prozent der Kapazitäten kontrollieren und damit mehr als die Wettbewerber Mosaic und Intrepid Potash. Das könnte aus regulatorischer Perspektive der größte Knackpunkt werden, um den Deal über die Bühne zu bekommen, schrieben die Analysten der National Bank noch kurz vor Bekanntgabe der Fusion.

Quelle: n-tv.de, wne/DJ

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