Wirtschaft

Erster Zukauf seit JahrenK+S besinnt sich stärker auf das Salzgeschäft und kauft zu

02.06.2026, 16:31 Uhr
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K+S übernimmt die Salzsparte der polnischen Chemiefirma Qemetica. (Foto: picture alliance / Joko)

Bei K+S rückt unter dem neuen Konzernchef das Salzgeschäft wieder stärker in den Fokus. Gründe sind ein verbessertes Marktumfeld mit soliden Erträgen. Nun verstärkt sich der MDax-Konzern mit der Sparte eines polnischen Unternehmens

Der Düngemittel- und Salzkonzern K+S baut sein Salzgeschäft mit der ersten größeren Übernahme seit Jahren aus. Für bis zu 380 Millionen Euro kauft K+S die Salzsparte der polnischen Chemiefirma Qemetica, wie das Kasseler Unternehmen mitteilte. Vereinbart wurde ein Kaufpreis von zunächst 350 Millionen Euro. Hinzu kommt eine erfolgsabhängige Prämie von bis zu 30 Millionen Euro für dieses und nächstes Jahr.

Der Zukauf markiert für K+S eine strategische Kehrtwende. Unter dem früheren Vorstandschef Burkhard Lohr hatte der Konzern das Salzgeschäft noch vor wenigen Jahren nicht mehr als Kerngeschäft betrachtet. Nach dem Verkauf des amerikanischen Salzgeschäfts für 3,2 Milliarden Dollar im Jahr 2021 hatte Lohr sogar eine Veräußerung der verbliebenen europäischen Aktivitäten nicht ausgeschlossen und weitere Zukäufe in dem Bereich abgelehnt.

Unter dem seit Juni 2025 amtierenden Konzernchef Christian Meyer rückt das Salz nun wieder in den Fokus, wie ein Sprecher bestätigte. "Mit unserem europäischen Salzgeschäft bewegen wir uns in einem zuletzt deutlich verbesserten Marktumfeld", sagte Meyer. Es würden stabile Umsätze erwirtschaftet, die einen verlässlichen Beitrag zum Geschäftserfolg leisteten.

Mit dem Erwerb der Standorte im polnischen Janikowo und im sachsen-anhaltischen Staßfurt will K+S die eigene Marktposition in Europa stärken. "Das stellt eine ideale Erweiterung unseres bestehenden Portfolios dar", sagte Meyer. Die Qemetica-Werke mit rund 400 Beschäftigten produzieren vor allem Spezialsalze für die Lebensmittelindustrie sowie Produkte zur Wasserenthärtung. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete der Bereich einen Umsatz von rund 125 Millionen Euro und ein operatives Ergebnis (Ebitda) von knapp 50 Millionen Euro.

Der Kaufpreis entspricht etwa dem Siebenfachen des operativen Gewinns der übernommenen Bereiche. Der Verschuldungsgrad des Konzerns werde sich durch die Transaktion kaum verändern. Zur Finanzierung prüft K+S verschiedene Kapitalmarktinstrumente. Sollte bis zum geplanten Abschluss im ersten Quartal 2027 keine entsprechende Finanzierung stehen, könne das Unternehmen auf vorhandene Liquidität und zugesagte Kreditlinien zurückgreifen.

Für K+S ist der Zukauf die erste größere Übernahme seit langem. Zuletzt hatte der MDax-Konzern 2011 für 434 Millionen Dollar die kanadische Potash One übernommen und damit den Grundstein für sein Kaliwerk Bethune in Kanada gelegt. 2009 hatte K+S den US-Salzhersteller Morton Salt für knapp 1,7 Milliarden Dollar gekauft.

Quelle: ntv.de, jwu/rts

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