Wirtschaft

Nach Arbeitskampf der PilotenKabinenpersonal der Lufthansa will zwei Tage streiken

13.04.2026, 18:09 Uhr
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Der Lufthansa drohen weitere Streiks. (Foto: picture alliance / CHROMORANGE)

Nach den Piloten will nun auch das Kabinenpersonal der Lufthansa die Arbeit niederlegen. Die Gewerkschaft Ufo kündigt für Mittwoch und Donnerstag einen Streik an. Konzernchef Spohr gibt sich dennoch unbeirrt.

Bei der Lufthansa wollen die Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter im Anschluss an den zweitägigen Streik der Piloten ab Mittwoch zwei Tage lang die Arbeit niederlegen. Der Ausstand beginne am Mittwoch um 0.01 Uhr und ende am Donnerstag kurz vor Mitternacht, teilte die Unabhängige Flugbegleiter Organisation (UFO) mit. Bestreikt werden sollen alle Abflüge der Kernmarke Lufthansa von Frankfurt und München - und alle Abflüge der Lufthansa-Tochter Cityline von den Flughäfen Frankfurt, München, Hamburg, Bremen, Stuttgart, Köln, Düsseldorf, Berlin und Hannover. Das Kabinenpersonal hatte im Streit über bessere Arbeitsbedingungen erst am Freitag für einen Tag die Arbeit niedergelegt. Heute und morgen verweigern die Piloten im Tarifstreit mit der Lufthansa den Dienst.

Verantwortlich für die Eskalation ist nach Ansicht von UFO das Unternehmen. "Wir haben es hier mit einer Arbeitgeberseite zu tun, die sich in einer Hardliner-Position eingerichtet hat, während sie unentwegt verkündet, jederzeit verhandlungsbereit zu sein", kritisierte Tarifexperte Harry Jaeger. Bereits heute hat der erneute Pilotenstreik wieder für hunderte Flugausfälle gesorgt und die Fronten zwischen den Verhandlungspartnern verhärtet. Das Unternehmen hat die Forderungen der Piloten als "absurd und unerfüllbar" bezeichnet. Erneut mussten tausende Passagiere ihre Reisepläne ändern. 

Personalvorstand Michael Niggemann warnte die Spartengewerkschaften Vereinigung Cockpit (VC) und Ufo, ihren Konfrontationskurs fortzusetzen. Mit Blick auf die entstehenden Kosten betonte der Manager: "Jeder Streik verkleinert die betroffene Fluggesellschaft." Später sagte er: "Der erneute Streikaufruf der Spartengewerkschaft Ufo zeigt auf bedrückende Weise, dass ihr das Schicksal unserer Fluggäste und die Zukunft der Lufthansa völlig gleichgültig sind."

Im Gespräch mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" stellte Vorstandschef Carsten Spohr klar, dass der Konzern vor den Streiks nicht einknicken werde. "Lieber einige Tage mit einem streikbedingt reduzierten Angebot der Lufthansa-Gruppe als irgendwann dauerhaft mit einer deutlich reduzierten Kernmarke", sagte Spohr. 

Der Lufthansa-Chef hielt den Spartengewerkschaften vor, dass sie in einem Dilemma steckten: "Keine der von ihnen tarifierten Airlines nimmt am erfreulichen Wachstum unserer Lufthansa Group mit ihren insgesamt 14 Airlines überhaupt noch teil." Die Ursachen dafür lägen in "oft jahrzehntelangen komplexen Tarifstrukturen – teilweise aus unserer Zeit als Staatsairline."

Quelle: ntv.de, jpe/rts/dpa

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