Wirtschaft

Schlanker und rentabler Kaeser baut Siemens wieder um

Stillstand darf es für Joe Kaeser nicht geben. Obwohl der letzte Konzernumbau Vision 2020 hieß, bringt der Siemens-Boss bereits jetzt, im Jahr 2018, eine neue Strategie auf den Weg. Dabei setzt er seinem Unternehmen ehrgeizige Wachstumsziele.

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Siemens verschlankt seine Konzernstruktur und setzt sich dabei neue, ehrgeizige Wachstumsziele. Das ist der Kern der Konzernstrategie Vision 2020+ von Vorstandschef Joe Kaeser, die der Aufsichtsrat nun gebilligt hat. Damit will der Konzernlenker das Unternehmen fit für die fortschreitende Digitalisierung machen.

Die vor vier Jahren beschlossene Konzernstrategie Vision 2020 sei erfolgreich abgeschlossen. "Es wäre unverantwortlich, wenn wir uns jetzt auf den erreichten Erfolgen ausruhten", sagte Kaeser. "Weniger Steuerung durch die Zentrale und mehr Freiheit für die Geschäfte machen uns stärker und flexibler", sagte Kaeser weiter. "Die Zeiten, in denen wir Projektgeschäft-, Produkt-, Software- und Dienstleistungsunternehmen mit ihren unterschiedlichen Anforderungen zentral und effizient steuern konnten, sind vorbei." Für den 61-Jährigen ist es eine Art Vermächtnis: Sein Vertrag läuft bis Anfang 2021, die Umsetzung dieser Strategie dürfte weitgehend Sache seines Nachfolgers werden.

Konkret sollen die bisher fünf Divisionen im Industriegeschäft in drei operative Einheiten überführt werden, wobei die einzelnen Geschäfte mehr unternehmerische Freiheit bekommen sollen. Die Operating Companies werden unter den Namen "Gas and Power", "Smart Infrastructure" sowie "Digital Industries" geführt.

Daneben stehen drei strategische Gesellschaften Siemens Healthineers, Siemens Gamesa und die geplante Siemens Alstom. Der Konzern will überdies in Wachstumsgebiete investieren, darunter IoT-Services, dezentrales Energiemanagement und infrastrukturelle Elektromobilität. Ausbauen will der Konzern sein Geschäft mit der Digitalisierung in der industriellen Fertigung, wo sich Siemens als führender Anbieter sieht.

Der Konzern will mit Hilfe der Maßnahmen mittelfristig jährlich zwei Prozent mehr Umsatz im industriellen Geschäft einfahren und die Gewinnmarge um zwei Prozentpunkte verbessern. Der Gewinn je Aktie soll dann schneller wachsen als der Umsatz.

Quelle: n-tv.de, mbo/rts

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