Wirtschaft

Wo der Bauer das Risiko trägt Kartellamt interessiert sich für Milchmarkt

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Bauern haben eine "Andienungspflicht". Das heißt, sie müssen ihrer Molkerei ihre Milch anbieten. Im Gegenzug ist die Molkerei verpflichtet, die Milch abzunehmen.

(Foto: imago/Christian Ohde)

Das Bundeskartellamt will sich Lage auf dem Milch-Markt ansehen. Genauer geht es dabei um die Geschäftsbeziehungen zwischen Landwirten und Molkereien.

Das Bundeskartellamt will angesichts des Preisverfalls bei der Milch die Geschäftsbeziehungen zwischen Landwirten und Molkereien genauer prüfen. Grundsätzlich gebe es auf dem Markt derzeit vor allem Probleme wegen einer Überproduktion, sagte Kartellamtschef Andreas Mundt dem "Tagesspiegel". Allerdings seien Bauern verpflichtet, ihre Milch zu 100 Prozent an ihre Molkerei zu liefern, die die Milch auch abnehmen müsse. "Das erschwert eine Anpassung der Menge an die Nachfrage. Das schauen wir uns jetzt genauer an", sagte Mundt.

"Die Bauern schließen in der Regel lange Verträge mit den Molkereien, gekoppelt mit langen Kündigungsfristen, insbesondere bei Genossenschaften", sagte Mundt. Da die Landwirte meist an eine Molkerei gebunden seien, könnten sie ihre Milch auch nicht auf verschiedene Molkereien aufteilen. "Das heißt sie können nicht ausweichen", sagte Mundt.

Die Molkereien verkauften die Milch nach der Verarbeitung weiter. "Was der Landwirt für seine Milch bekommt, ergibt sich erst nachträglich nach Berücksichtigung der Einnahmen und Ausgaben der Molkereien." Am Ende trage das Risiko der Landwirt.

Quelle: ntv.de, ppo/dpa

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