Wirtschaft

SDax-Wert mit Traumstart Kaufgerüchte befeuern SGL-Carbon-Aktie

Hoffnung schöpfen Anleger des angeschlagenen Graphit-Spezialisten SGL Carbon. Gerüchte über einen möglichen Käufer aus China lassen den Aktienkurs nach oben schießen. Klar ist aber bisher nur: Die Wiesebadener wollen ihr Kerngeschäft loswerden.

Völlig aus dem Rahmen stach in einem schwächelnden Gesamtmarkt zum Wochenausklang die Aktie des kriselnden Wiesbadener Graphit-Spezialisten SGL Carbon. Die im SDax notierte SGL-Aktie stieg im frühen Handel um bis zu 13,8 Prozent auf ein Fünf-Monats-Hoch von 12,03 Euro. Danach kam der Kurs allerdings wieder etwa zurück. Ein Trostpflaster für die Anleger: Auf Jahressicht hatte das Papier zuvor rund 30 Prozent an Wert verloren.

SGL Carbon
SGL Carbon 8,09

Auslöser sind Spekulationen über einen Kaufinteressenten aus China. Das defizitäre Unternehmen SGL Carbon ist einem Magazinbericht zufolge ins Visier des übernahmehungrigen chinesischen Staatskonzerns ChemChina gerückt. ChemChina-Chairman Ren Jianxin habe schon diverse Gespräche mit SGL-Carbon-Chef Jürgen Köhler und Großaktionärin Susanne Klatten geführt, berichtete das "Manager Magazin" unter Berufung auf Unternehmenskreise.

SGL will Problembereich loswerden

Ein Sprecher von SGL Carbon erklärte, das Unternehmen habe potenzielle Interessenten für den Geschäftsbereich Graphitelektroden angeschrieben. Zu ChemChina wollte er sich nicht äußern. SGL hatte das kriselnde Kerngeschäft mit Graphitelektroden vor einigen Monaten in Schaufenster gestellt. Graphitelektroden für die Stahlproduktion sind bisher der größte Geschäftsbereich von SGL. Die Hessen leiden aber unter der Abschwächung in der Stahlindustrie, die zu massivem Preisdruck führt.

ChemChina hat in den vergangenen Jahren mit mehreren großen Übernahmen für Aufsehen gesorgt. So will der Staatskonzern für 43 Milliarden Dollar den Schweizer Saatgutproduzenten Syngenta übernehmen.

Quelle: n-tv.de, kst/rts

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