Wirtschaft

Kaufhof und Karstadt Kaufhausfusion soll schnell kommen

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"Der Deal ist im Ganzen ausgehandelt."

(Foto: dpa)

Das Zusammengehen von Karstadt und Kaufhof wird nicht mehr lange auf sich warten lassen. Laut einer Absichtserklärung soll dies womöglich noch in diesem Monat geschehen.

Die offenbar geplante Fusion der Warenhausketten Karstadt und Kaufhof soll nach Angaben der "Süddeutschen Zeitung" noch vor Ende des Monats beschlossen werden. Die insgesamt etwa 37.000 Arbeitsplätze der künftigen "Europäischen Warenhaus AG", die auch die Warenhäuser des Kaufhof-Eigentümers HBC in Belgien und den Niederlanden umfasse, sollen weitestgehend erhalten bleiben, berichtete das Blatt unter Berufung auf eine am Dienstag unterzeichnete Absichtserklärung.

"Der Deal ist im Ganzen ausgehandelt", zitierte die SZ aus Verhandlungskreisen. Erforderlich sei noch eine bestätigende Prüfung der Bücher. Bis Ende Juli solle die Übernahme abgeschlossen sein, spätestens aber in den kommenden vier bis sechs Wochen.

Fest stehe, dass im Fall einer Fusion Verwaltung, IT-Logistik und Einkauf von Kaufhof und Karstadt zusammengelegt werden, um Kosten zu sparen und aufgrund des verdoppelten Einkaufsvolumens günstiger bei Herstellern einkaufen zu können, berichtete die SZ weiter. Zudem wäre die Rabattschlachten zwischen Kaufhof und Karstadt beendet. Kaufhof betreibt in Deutschland 96 Warenhäuser, Karstadt 82.

Kaufhof schreibt tiefrote Zahlen

Die Vereinbarung sieht laut Bericht vor, dass Karstadt-Eigentümer Signa für etwa 100 Millionen Euro 51 Prozent des Warenhausgeschäfts von Kaufhof übernimmt, und zwar ohne Bankschulden. Diese sollen in einer Höhe von etwa 200 Millionen Euro aus steuerlichen Gründen von Kaufhof-Eigentümerin HBC abgedeckt werden, wie die Zeitung aus der Absichtserklärung zitierte. Für eine Summe zwischen 700 und 800 Millionen Euro beteilige sich Signa darüber hinaus an der Immobilienfirma HBS Global Properties von HBC, der 41 Kaufhof-Immobilien in Deutschland gehören.

Die finanziellen Schwierigkeiten von Kaufhof und der Eigentümerin Hudson's Bay Company (HBC) seien der Grund, warum HBC vor wenigen Wochen nach langer Abwehrhaltung doch auf Signa zugegangen sei, schrieb die Zeitung. Kaufhof habe allein im vergangenen Geschäftsjahr mehr als 100 Millionen Euro Verlust gemacht.

Zuvor hatte bereits die "Wirtschaftswoche" über die Absichtserklärung von knapp 200 Seiten berichtet. Die beteiligten Unternehmen wollten den Bericht nicht kommentieren.

Quelle: n-tv.de, wne/AFP

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