Wirtschaft

Porsche-Vorstand über Neustart "Keine Fiebermessungen am Werkstor"

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Die Entscheidung, ob man arbeiten kann oder nicht, soll zu Hause getroffen werden, nicht erst am Werkstor, sagt Porsche-Vorstand Reimold.

(Foto: picture alliance/dpa)

Vor sechs Wochen schlossen die deutschen Autohersteller ihre Fabriken. Jetzt geht es an vielen Orten wieder los - auch bei Porsche. Produktionsvorstand Albrecht Reimold berichtet in "Die Stunde Null", wie das Hochfahren der Produktion klappt und welche Verantwortung die Mitarbeiter dabei tragen.

In die Herzkammer der deutschen Industrie, unsere Schlüsselbranche, der Ort, an dem sich seit Jahrzehnten Zehntausende stolze Ingenieure und Fabrikarbeiter tummeln, trat vor sechs Wochen Stille ein. Wegen der Corona-Pandemie schlossen die deutschen Autohersteller ihre Fabriken und verloren mit jeder Woche Milliarden. Nun soll es langsam wieder losgehen. "Jetzt bewegen wir uns wieder", sagt Albrecht Reimold, er plant und organisiert den Start als Produktionsvorstand bei Porsche in Zuffenhausen.

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Andreas Reimold ist Produktionsvorstand bei Porsche in Zuffenhausen.

(Foto: Porsche)

Über die sechs Wochen des Produktions-Shutdowns hat das Unternehmen einiges verloren. "Jeder Porsche ist in einer Preisklasse zwischen 70.000 und 250.000 Euro - wenn wir in Stuttgart 250 und in Leipzig 500 Einheiten pro Tag produzieren, kann man sehr schnell hochrechnen, was wir uns an Umsatz fehlt", sagt er in "Die Stunde Null" mit Horst von Buttlar. Neben den beiden Standorten produziert Porsche noch in Osnabrück und in Bratislava. "Da ist es sehr, sehr schwierig - wenn nicht gar unmöglich - jetzt noch die Jahresziele des Unternehmens zu erreichen."

Damit es wieder losgehen kann, tragen die Mitarbeiter bei dem Produktionsstart Masken und gehen sich, soweit eben möglich, unter Beachtung der 1,5-Meter-Abstandsregel aus dem Weg. Zudem sollen sich in den Pausenräumen immer nur maximal zwei Personen aufhalten. Reimold sagt allerdings auch: "Wir machen keine Fiebermessungen am Werkstor." Stattdessen setze Porsche auf die Eigenverantwortung der Mitarbeiter, die Entscheidung, ob man arbeiten kann, solle bereits zu Hause getroffen werden, nicht erst am Werkstor.

Der Produktionsstart muss schrittweise angegangen werden, mit der Karosserie wird begonnen, erst dann kann die Montage anlaufen. Das kann Porsche nicht allein bewältigen, sondern nur in Zusammenarbeit mit den Zulieferern. Viele von ihnen aus Italien und Resteuropa waren "das Zünglein an der Waage", sagt er. Die Schwierigkeit, so Reimold, ist, dass in der ganzen Welt unterschiedliche Bedingungen herrschen, bei Hunderten von verschiedenen Lieferanten wird die logistische Zusammenstellung der benötigten Autoteile stark verkompliziert.

Das ganze Interview hören Sie in der neuen Folge von "Die Stunde Null - Deutschlands Weg aus der Krise". Im neuen Podcast spricht Capital-Chefredakteur Horst von Buttlar mit Menschen, die die Corona-Krise und ihre wirtschaftlichen Folgen hautnah erleben. Alle Folgen finden Sie bei Audio Now, Apple Podcasts, Deezer, Soundcloud und Spotify. Für alle anderen Podcast-Apps können Sie den RSS-Feed verwenden. Nehmen Sie die Feed-URL und fügen Sie "Die Stunde Null" einfach zu Ihren Podcast-Abos hinzu.

Quelle: ntv.de, ddi

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