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Greenpeace stimmt zu Kohlekraftwerk Heyden wieder am Netz

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Das Kohlekraftwerk Heyden hat eine Leistung von 875 Megawatt.

(Foto: picture alliance / Jochen Tack)

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Eines der leistungsstärksten Kohlekraftwerke Deutschlands produziert wieder Strom. Damit sollen die Versorgung gesichert und der Preisanstieg für Energie begrenzt werden. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace bezeichnet den Schritt als nötig, um sich von der Abhängigkeit von Russland zu befreien.

In Deutschland ist ein weiteres Steinkohlekraftwerk aus der Reserve geholt worden, um den Erdgasverbrauch in der Stromproduktion zu senken. Das Kraftwerk Heyden im nordrhein-westfälischen Petershagen an der Grenze zu Niedersachsen sei seit Montagfrüh 5.30 Uhr wieder regulär am Netz, sagte ein Sprecher des Betreibers Uniper. Der Umweltverband Greenpeace bezeichnete unterdessen die Wiederinbetriebnahme von Steinkohlekraftwerken für die Stromversorgung als notwendig.

"Um sich aus der politisch verschuldeten Abhängigkeit von Putins Gaslieferungen zu befreien, müssen Steinkohlekraftwerke kurzzeitig in die Bresche springen", sagte Karsten Smid, Klima- und Energieexperte bei Greenpeace. Damit daraus kein Rückschritt für den Klimaschutz werde, müssten jedoch die jetzt zwangsläufig entstehenden zusätzlichen Emissionen in den folgenden Jahren ausgeglichen werden. Greenpeace forderte aber, auf das Anfahren von Braunkohlekraftwerken für die Stromversorgung zu verzichten. "Für eine sichere Stromversorgung muss kein einziges der besonders klimaschädlichen Braunkohlekraftwerke wieder angefahren werden - um die beschlossenen Klimaziele zu erreichen, dürfen sie auf keinen Fall neu befeuert werden", sagte Smid.

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Das wieder in Betrieb genommene Uniper-Kraftwerk Heyden ist mit einer Leistung von 875 Megawatt nach Unternehmensangaben eines der leistungsstärksten Kohlekraftwerke Deutschlands. Es ging 1987 in Betrieb und befand sich zuletzt in der Netzreserve. Das bedeutet, dass es nur noch zeitweise Strom für die Netzstabilität produzierte. Es soll nach früheren Angaben nun bis Ende April 2023 wieder am Markt sein.

Seit dem 14. Juli erlaubt eine Verordnung, dass Steinkohlekraftwerke aus der sogenannten Netzreserve befristet wieder in Betrieb gehen können, um Gas einzusparen. Im Juli lag der Gasanteil an der Stromerzeugung laut Bundesnetzagentur bei 9,8 Prozent. Als erstes Steinkohlekraftwerk war Anfang August das Kraftwerk Mehrum im niedersächsischen Hohenhameln, das dem tschechischen Energiekonzern EPH gehört, aus der Reserve geholt worden.

Quelle: ntv.de, jwu/dpa

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