Wirtschaft

Überkapazitäten am Energiemarkt Konzerne exportieren Strom für Milliarden

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Strom aus erneuerbaren Energiequellen erreichte im vergangenen Jahr einen Anteil von mehr als 35 Prozent.

(Foto: imago images / Jochen Tack)

Deutschland produziert mehr Strom, als für den Eigenbedarf nötig wäre. Der Rest wird ins Ausland exportiert. Dem Staat bringt das eine Milliardeneinnahme - und eine Diskussion über den Ausbau von erneuerbaren Energiequellen.

Deutschland hat 2018 Strom im Wert von mehr als zwei Milliarden Euro exportiert. Dagegen sei nur Strom im Wert von 900 Millionen Euro importiert worden, berichtete der "Spiegel" unter Berufung auf Berechnungen des Bundeswirtschaftsministeriums. Grund seien Überkapazitäten auf dem deutschen Strommarkt, zu dem sowohl fossile Kraftwerke wie auch der Ausbau des Ökostroms beitrügen.

Strom aus Sonne, Wind und Biomasse erreichte demnach im vergangenen Jahr einen Anteil von mehr als 35 Prozent am Energiemix. Der Grünen-Energieexperte Oliver Krischer nahm die Zahlen zum Anlass, um eine Beschleunigung der Energiewende zu fordern. "Es ist überfällig, dass Überkapazitäten abgebaut und damit erste Kohlekraftwerke abgeschaltet werden", sagte er dem "Spiegel".

Der EU-Rechnungshof hatte ebenfalls gefordert, dass Deutschland und andere EU-Länder klimafreundliche Energien aus Wind, Sonne und Co schneller ausbauen müssten. Nach EU-Zielvorgabe soll bis 2020 ein Fünftel der Energie für Strom, Wärme und Kälte aus erneuerbaren Quellen kommen. Deutschland und sieben andere Staaten hinken jedoch nach Darstellung der Rechnungsprüfer hinterher.

Diese Länder müssten noch zwei bis vier Prozentpunkte zulegen, um ihre Ziele für 2020 zu schaffen. Deutschland liege vor allem beim Heizen und Kühlen mit Erneuerbaren zurück. Sechs weitere Staaten werden ihre Ziele sogar absehbar verfehlen, darunter die Niederlande, Frankreich, Großbritannien und Polen.

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Quelle: n-tv.de, mba/dpa

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