Tankstellen-Daten zeigenKraftstoffpreise steigen - liegen aber unter Vortagsniveau

Der Ölpreis fällt - und an den Zapfsäulen? Auch da müssen Autofahrerinnen und Autofahrer fürs Tanken langsam wieder weniger berappeln. Die Preise für Benzin und Diesel fallen, wenn auch nur langsam.
Die Kraftstoffpreise in Deutschland ziehen einer ntv.de-Datenauswertung auf Basis von aktuellen Daten der Markttransparenzstelle für Kraftstoffe zufolge bei der 12-Uhr-Preiserhöhung stärker als am Vortag an - liegen aber insgesamt unter dem Mittwochsniveau. Die Daten zeigen, dass der Liter Diesel um 12.10 Uhr durchschnittlich 2,40 Euro kostet, im Vergleich zum Vortag sind das fast zehn Cent weniger. Aber: Der 12-Uhr-Preissprung war am Mittwoch geringer - da lag er bei nur rund fünf Cent.
Ähnliches lässt sich den ntv.de-Daten zufolge auch beim Benzin beobachten: E10 und E5 kosten pro Liter im Vergleich zum Vortag zwar etwa fünf Cent weniger. Aber auch hier ist der Sprung am Mittag größer. Die 12-Uhr-Stichzeit ist deshalb bedeutsam, weil Tankstellen seit dem 1. April die Preise nur noch einmal am Tag erhöhen dürfen, um 12 Uhr mittags. Preissenkungen sind dagegen rund um die Uhr erlaubt.
Insgesamt zeigt sich, dass mit dem Absturz der Ölpreise am Mittwoch auch Diesel und Benzin billiger geworden sind, wenn auch nur um einige Cent. Der Preis für einen Liter E10 lag nach Daten des ADAC im bundesweiten Tagesdurchschnitt des Mittwochs bei 2,155 Euro. Das waren 3,3 Cent weniger als am Vortag. Bei Diesel ging es um 2,8 Cent auf 2,419 Euro nach unten - das war der erste Rückgang nach zwölf Anstiegen in Folge. Benzin hatte sich bereits am Dienstag minimal verbilligt, nach davor elf Anstiegen in Folge.
Die Ölpreise fallen, die Kraftstoffpreise nicht so richtig
Der Rückgang an der Zapfsäule um 1,5 beziehungsweise 1,1 Prozent folgt auf einen sehr viel stärkeren Absturz der Ölpreise, die von Dienstag auf Mittwoch um zweistellige Prozentzahlen gesunken waren, nachdem sich die Situation im Nahen Osten entspannt hatte. Am Donnerstagvormittag stieg der Ölpreis wieder etwas, blieb aber deutlich unter dem Niveau des Dienstags.
Experten gehen davon aus, dass es einige Zeit dauern kann, bis die Auswirkungen des niedrigeren Ölpreises vollständig an den Tankstellen ankommen. Auch aus früheren Krisen ist dieser sogenannte Rakete-und-Feder-Effekt bekannt - einem schnellen, starken Preisanstieg folgt ein nur langsamer Rückgang.
Der Präsident des Bundeskartellamts, Andreas Mundt, will mehr Tempo: Er sagte dem "Handelsblatt": "Sinkende Rohölpreise sind ein klares Signal - und sie sollten sich auch zeitnah an der Zapfsäule widerspiegeln." Die Preiserhöhungen seien davor sehr schnell weitergegeben worden. "Es wäre nur folgerichtig, wenn das in die andere Richtung genauso gilt."
Mundt betont aber die Grenzen der Macht seiner Behörde. Sie könne die Preise nicht "auf Knopfdruck senken", sagt er. "Unsere Aufgabe ist es, zu prüfen, ob Regeln verletzt werden, und dann konsequent einzugreifen." Das gehe nicht in wenigen Tagen, weil man belastbare Belege brauche.
"Ein möglicher Missbrauch von Marktmacht muss gerichtsfest nachgewiesen werden - daran führt in einem Rechtsstaat kein Weg vorbei." Hohe Preise allein seien noch kein Verstoß gegen das Kartellrecht. Vielmehr gehe es um die Frage, ob solche hohen Preise durch Wettbewerb zustande kamen oder durch missbräuchliches Verhalten, sagte Mundt.
Der ADAC fordert, angesichts des stark gesunkenen Ölpreises am Mittwoch sei der Rückgang der Kraftstoffpreise mehr als angebracht. "Bei andauernd niedrigeren Ölpreisen muss sich dieser Preisrückgang fortsetzen."