Wirtschaft

Online-Konzern droht Strafe Kritisches Gedicht bremst Meituan-Aktie aus

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Mit Anti-Monopol-Regeln geht die chinesische Regierung zurzeit gegen Online-Riesen wie Meituan vor.

(Foto: AP)

Als Essens-Lieferdienst gestartet, steckt Meituan derzeit in der Krise: Seit Ende April wird gegen den chinesischen Konzern wegen Marktmissbrauchs ermittelt. Nun sorgt Chef Wang Xing mit einem kaiserkritischen Gedicht für Aufsehen - und schickt die Aktien seines Unternehmens auf Talfahrt.

Das Zitieren eines alten kaiserkritischen Gedichts in den Online-Netzwerken hat den Kurs des chinesischen Konzerns Meituan abstürzen lassen. An der Börse in Hongkong sank er um fünf Prozent; mit den Verlusten von vergangener Woche und vom Montag büßte der Kurs insgesamt zwölf Prozent ein. Die Anleger fürchten, dass der Staat den Konzern wegen des Gedichts abstrafen könnte.

Meituan
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Meituan-Chef Wang Xing teilte am vergangenen Donnerstag online ein klassisches chinesisches Gedicht über die Tyrannei des ersten chinesischen Kaisers - nun fürchten viele Anleger, die Führung in Peking könne dies als aktuelle Kritik verstehen. Wang löschte den Eintrag schnell wieder. Es sei falsch interpretiert worden.

Meituan war als Essens-Lieferdienst gestartet, vermittelt per App mittlerweile aber auch andere Angebote wie Hotelzimmer oder Fahrräder. Das Unternehmen wird vom Onlineriesen Tencent gestützt. Seit dem Börsengang 2018 stieg der Kurs von Meituan stark. Die Regierung in Peking fährt seit einigen Monaten einen harten Kurs gegenüber den Onlinekonzernen und pocht auf Anti-Monopol-Regeln. Beobachter vermuten, der Einfluss der Unternehmen auf viele Bereiche der Gesellschaft ist der Regierung zu groß geworden.

Gegen Meituan wird offiziell seit Ende April wegen mutmaßlichen Marktmissbrauchs ermittelt, wie gegen zwölf weitere Internetkonzerne. Gegen den Onlinehändler Alibaba verhängten die Kartellbehörden im April eine Rekordstrafe von umgerechnet 2,3 Milliarden Euro wegen Wettbewerbsverstößen. Anfang November war bereits der geplante riesige Börsengang von Ant, dem Finanzarm von Alibaba, überraschend abgesagt worden. Firmengründer Jack Ma hatte Ende Oktober öffentlich die Finanzregulierungsbehörden seines Landes kritisiert.

Quelle: ntv.de, mba/AFP

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