Wirtschaft

Neue Märkte und Präsenz gestärkt Lanxess kauft in den USA zu

Das Logo des Spezialchemie-Konzerns Lanxess. Foto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

Lanxess kauft in den USA zu.

(Foto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild)

Der Kölner Spezialchemie-Konzern Lanxess baut sein Engagement im Konsumentenbereich und bei der Tiergesundheit aus. Für rund eine Milliarde Dollar übernimmt das Unternehmen dazu einen US-Anbieter.

Der Spezialchemie-Konzern Lanxess übernimmt das US-Unternehmen Emerald Kalama Chemical. "Die Geschäfte von Emerald Kalama Chemical passen optimal zu uns", sagte Lanxess-Chef Matthias Zachert. "Wir stärken unser Segment Consumer Protection weiter und erschließen margenstarke neue Anwendungsfelder, etwa in der Lebensmittelindustrie und der Tiergesundheit. Darüber hinaus vergrößern wir unsere Präsenz in unserer Wachstumsregion Nordamerika. Das alles macht uns noch profitabler und stabiler."

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Abzüglich Verbindlichkeiten ergebe sich ein Kaufpreis von rund eine Milliarden US-Dollar (rund 867 Millionen Euro). Die Transaktion werde aus vorhandenen liquiden Mitteln finanziert und voraussichtlich im zweiten Halbjahr 2021 vollzogen.

Emerald Kalama Chemical beschäftige weltweit rund 500 Mitarbeiter und betreibe drei Werke in den USA, den Niederlanden und Großbritannien. Das Unternehmen erlöste den Angaben zufolge 2020 rund 425 Millionen US-Dollar und verdiente operativ vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Sondereinflüssen (Ebitda) etwa 90 Millionen Dollar.

Rund 45 Prozent seines Umsatzes erwirtschafte Emerald Kalama Chemical in Nordamerika. Etwa drei Viertel des Umsatzes entfielen auf Spezialitäten für den Konsumentenbereich - etwa Konservierungsstoffe für Lebensmittel, Haushalt und Kosmetik, Aroma- und Duftstoffe sowie Produkte für Tiernahrung. Das übrige Viertel komme aus dem Geschäft mit Spezialchemikalien für industrielle Anwendungen.

Ebitda-Beitrag von 25 Millionen Euro

Lanxess mit Hauptsitz in Köln beschäftigt nach eigenen Angaben rund 14.400 Mitarbeiter in 33 Ländern. Mit der Produktion, Entwicklung und dem Vertrieb von chemischen Zwischenprodukten, Spezial-Chemikalien sowie Zusatz- und Kunststoffen sei 2019 ein Umsatz von 6,8 Milliarden Euro erwirtschaft worden.

Durch Einsparungen im Zuge der Übernahme erwartet Lanxess innerhalb von drei Jahren nach Abschluss der Transaktion einen zusätzlichen jährlichen Ebitda-Beitrag von rund 30 Millionen Dollar, also rund 25 Millionen Euro. Zum Vergleich: Im Vor-Corona-Jahr 2019 hatte Lanxess ein operatives Ergebnis von rund einer Milliarde Euro erzielt. Im Viruskrisenjahr 2020 dürften es auf Basis jüngster Äußerungen über ein überraschend starkes Schlussquartal wohl um die 860 Millionen Euro gewesen sein.

Lanxess-Chef Matthias Zachert richtet den Konzern seit Jahren stärker auf Spezialchemie aus, die höhere Gewinnmargen verspricht als das Geschäft mit Massen- und Standardware. Zudem sollen die Geschäfte dann auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten stabiler laufen. Zur Strategie gehören auch Übernahmen und Verkäufe von Firmenteilen. Erst Mitte Januar war der Kauf des französischen Herstellers von Spezialfungiziden für die Verpackungsindustrie, Intace, angekündigt worden. Zudem verhandelt das Management gerade mit dem französischen Hersteller von Desinfektions- und Hygienelösungen Theseo. Beides sind eher kleinere Deals, Zachert hatte aber betont, dass auch eine größere Übernahme - wie der nun angekündigte Kauf von Emerald Kalama - angesichts der "starken finanziellen Situation" drin sei.

Quelle: ntv.de, jwu/dpa/DJ

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