Wirtschaft

Vor allem Obst deutlich teurer Lebensmittelpreise eilen der Inflation davon

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Insgesamt lagen die Nahrungsmittelpreise im vergangenen Jahr um 24 Prozent über jenen aus dem Jahr 2010.

(Foto: imago images/Gottfried Czepluch)

Während die Inflationsrate seit Jahren kaum Preissteigerungen für Deutschland anzeigt, sind einige Grundnahrungsmittel spürbar teurer geworden. Ausgerechnet gesunde Lebensmittel sind betroffen. Linken-Politikerin Zimmermann warnt vor einer "sozialen Katastrophe".

Die Deutschen mussten im vergangenen Jahr mehr für Lebensmittel ausgeben als in den Vorjahren. Vor allem die Preise für Obst und Fleisch stiegen zwischen 2010 und 2020 stärker als die Inflation, wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken-Abgeordneten Sabine Zimmermann hervorgeht, aus der das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) zitiert. Die Preise für Obst lagen im vergangenen Jahr demnach um 39,5 Prozent höher als 2010, bei Fleischwaren betrug der Anstieg 28,7 Prozent.

Insgesamt lagen die Nahrungsmittelpreise im vergangenen Jahr um 24 Prozent über jenen aus dem Jahr 2010. Das entspricht einer durchschnittlichen jährlichen Steigerung von gut zwei Prozent. Die anhand des Verbraucherpreisindex des Statistischen Bundesamts gemessene Inflation schwankte in dem Zeitraum zwischen 2,1 und 0,5 Prozent.

Da Daten für Dezember 2020 nicht vorlagen, wurde für die Antwort der Bundesregierung für das vergangene Jahr nur der Zeitraum von Januar bis November berücksichtigt. Bei der Interpretation der Statistik sei außerdem zu berücksichtigen, dass sich die Corona-bedingte Mehrwertsteuersenkung im zweiten Halbjahr 2020 preisdämpfend ausgewirkt habe, heißt es in der Antwort der Bundesregierung.

Zimmermann kritisierte, dass eine ausgewogene gesunde Ernährung angesichts der steigenden Preise für viele "immer schwieriger" sei. Die Corona-Pandemie habe die Einkommenssituation von Millionen Menschen deutlich verschlechtert, insbesondere von denjenigen, deren Einkommen schon vorher gering gewesen sei, sagte sie dem RND. Sie warnte vor einer "sozialen Katastrophe", sollte es keine bessere Unterstützung für Menschen mit geringen Einkommen geben.

Quelle: ntv.de, mbo/AFP

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