Wirtschaft

Öl-Lieferung nicht unterbrochen Leck in Druschba-Pipeline in Polen entdeckt

298257638.jpg

Die PCK Raffinerie in Schwedt wird auch über die Druschba-Pipeline mit Öl versorgt.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Zahl von Störungen an Öl- und Gas-Pipelines nimmt zuletzt zu. Nun entdeckt der Betreiber der Druschba-Ölpipeline in Polen ein Leck. Laut polnischen Behörden spielt Sabotage wohl keine Rolle. Der russische Betreiber will weiterhin Öl nach Polen pumpen.

An der Ölpipeline Druschba aus Russland ist dem polnischen Betreiber PERN zufolge ein Leck aufgetreten. Dieses sei am Dienstagabend entdeckt worden, teilte das Unternehmen mit. Es wurde in einem Abschnitt der Leitung etwa 70 Kilometer von der zentralpolnischen Stadt Plock entfernt entdeckt. Die Ursachen für das Leck seien derzeit unbekannt.

Im Statement des Betreibers hieß es: "Die Pumpen wurden sofort abgeschaltet. Der andere Strang der Ölpipeline ist unverändert in Betrieb". Dies gelte auch für das restliche Netzwerk. An den Ort des Lecks seien Einsatzkräfte des Betreibers sowie die Feuerwehr entsandt worden.

Ein Chemie- und Umweltsanierungsteam sei am Ort, sagte ein Feuerwehrsprecher dem öffentlich-rechtlichen Sender TVP. Die Aktion könne wahrscheinlich mehrere Stunden dauern. Man konzentriere sich darauf, eine erdölbasierte Substanz aus einer Senke in einem Maisfeld abzupumpen. Bislang habe man 400 Kubikmeter Öl abgepumpt, die Durchleitung sei gestoppt, und der Druck sinke. Die Feuerwehrleute seien noch dabei, den genauen Ort der Beschädigung zu lokalisieren.

Polens Geheimdienst hält alle Hypothesen für möglich

"Die Ursache für das Leck in der Druschba-Pipeline wird derzeit untersucht. Bislang gibt es keine Hinweise auf die Ursache des Ausfalls. Alle Hypothesen sind möglich", schrieb der Sprecher des Koordinators der Geheimdienste, Stanislaw Zaryn, auf Twitter. Zuvor hatte der für die Infrastruktur zuständige Vertreter Mateusz Berger gesagt, dass Sabotage ausgeschlossen würde. Die Ursache sei wohl eher eine unbeabsichtigte Beschädigung, so Berger.

Nach Angaben der Bundesregierung sind die Öl-Lieferungen derzeit nicht unterbrochen. "Die beiden Raffinerien Schwedt und Leuna erhalten aktuell weiter Rohöl über die Druschba Pipeline 'Freundschaft 1' über Polen. Diese Lieferungen sind nicht unterbrochen", erklärte das Bundeswirtschaftsministerium in Berlin. Auch eine Sprecherin des tschechischen Pipeline-Betreibers MERO sagte, man habe bislang keine Veränderungen bei den Durchflüssen in die Tschechische Republik festgestellt.

Das Ölunternehmen Rosneft Deutschland trifft dennoch Vorkehrungen für die Raffinerie RCK in Schwedt im Nordosten Brandenburgs. Unternehmenssprecher Burkhard Woelki ist skeptisch und sagte: "Es wird Folgen haben. Es wird definitiv weniger Öl ankommen." Zum Ausmaß könne er noch nichts sagen, da unklar sei, wie schwer die Leckage sei und wie lange eine Reparatur dauern werde. "Wir sind dabei, Vorkehrungen zu treffen, um die Versorgung sicherzustellen."

Deutschland will russisches Öl boykottieren

Die Druschba-Ölpipeline ist eine der größten der Welt und liefert russisches Öl in weite Teile Mitteleuropas - darunter nach Deutschland, Polen, Belarus, Ungarn, die Slowakei, die Tschechische Republik und Österreich. Der Name der Pipeline ist russisch für "Freundschaft".

Deutschland will ab Jahresende kein russisches Öl mehr nutzen. Die zweite Leitung der Pipeline funktioniert den Angaben zufolge normal. Dies gelte auch für andere Bereiche der PERN-Infrastruktur. "Zum jetzigen Zeitpunkt handeln alle PERN-Dienste (Technik, Betrieb, Werksfeuerwehr und Umweltschutz) nach den für diese Art von Situation vorgesehenen Algorithmen", so der Betreiber.

Quelle: ntv.de, als/rts/AFP/dpa

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen