Wirtschaft

US-Unternehmen beziehen Position Levi's kämpft für strengere Waffengesetze

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Rund 250 Millionen Kleinwaffen sind in den USA im Umlauf

(Foto: Reuters)

In den USA wächst der Widerstand gegen die lasche Waffengesetzgebung. Nun fordert ausgerechnet ein Unternehmen schärfere Regeln, dessen Erzeugnisse als "Symbol für die amerikanische Freiheit" gelten.

Der amerikanische Jeanshersteller Levi's hat das laxe Waffenrecht in den USA scharf kritisiert. Unternehmenschef Chip Bergh sprach sich dafür aus, alle Waffenkäufer auf mögliche kriminelle Vergehen hin zu überprüfen. Zugleich kündigte er Spenden in Höhe von einer Million Dollar für Gruppen an, die sich für schärfere Waffengesetze einsetzen. Täglich würden 96 US-Bürger durch Waffen getötet, beklagt Bergh im Magazin "Fortune".

"Wir können einfach nicht länger schweigend zusehen, wenn es um Themen geht, die unsere Gesellschaft bedrohen, in der wir leben und arbeiten", schreibt Bergh weiter. Partei zu ergreifen, möge "bei manchen" unbeliebt sein, doch Nichtstun sei keine Lösung mehr. Bergh verweist in seinem Beitrag auf die Geschichte der Levi's-Jeans als "eines der großen Symbole für die amerikanische Freiheit".

Levi's schließt sich damit der Kritik von anderen Konzernen an. Bereits mehrere große Unternehmen in den USA sprachen sich für Einschränkungen beim Waffenverkauf aus. Unter ihnen sind der Konzernriese Walmart und Sportartikelhändler Dick's Sporting Goods.

Die Reaktion der US-Unternehmen kann auch als Erfolg der Kampagne "March For Our Lives" ("Marsch für unsere Leben") gedeutet werden. Schüler aus Parkland hatten die Kampagne nach einem Amoklauf ins Leben gerufen. Im Februar dieses Jahres hatte ein 19-Jähriger in einer Oberschule ihrer Stadt mit einem halbautomatischem Gewehr 17 Menschen getötet.

Der "New York Times" zufolge gab es in den vergangenen vier Jahren im Schnitt pro Monat sieben Zwischenfälle mit Schusswaffen an Schulen und Universitäten. Auf Bundesebene gibt es bisher keine Restriktionen im Waffenrecht. US-Präsident Donald Trump ist wie die mächtige Waffenlobby NRA strikt dagegen.

Quelle: ntv.de, nen/AFP

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