Wirtschaft

Neuer Konzernchef bestellt Linde und Praxair wollen's nochmal wissen

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Neuer VErsuch, neuer Riese? Linde und Praxair stehen vor Fusion.

(Foto: picture alliance / dpa)

Der Mega-Zusammenschluss zwischen Linde und Praxair könnte doch noch zustande kommen. Zumindest macht der US-Konzern Zugeständnisse und die Gespräche laufen wieder. Das sorgt für Kursfantasie, auch wenn noch viele Fragen offen sind.

Nach dem geplatzten ersten Anlauf will Linde nun abermals mit dem US-Rivalen Praxair über einen Zusammenschluss verhandeln. Der Aufsichtsrat des deutschen Gase- und Anlagenbaukonzerns habe nach Beratungen mit dem Vorstand dafür jetzt grünes Licht gegeben, teilte Linde mit. Alle Mitglieder des Aufsichtsrates hätten die Wiederaufnahme der Gespräche unterstützt. Darüber hinaus bestellte das Kontrollgremium eine neue Konzernführung.

Praxair hatte bei Linde Ende November überraschend angeklopft und einen neuen Fusionsvorschlag vorgelegt. Dabei soll der US-Konzern Zugeständnisse an den deutschen Partner gemacht haben. Sollte die Megafusion gelingen, würde der weltgrößte Gasekonzern entstehen. Linde hat einen Börsenwert von gut 29 Milliarden Euro, Praxair kommt auf knapp 33 Milliarden. Zudem ergänzen sich die beiden Unternehmen regional sehr gut. Praxair ist in den USA und in Südamerika stark vertreten, Linde ist stark in Europa und Asien positioniert.

An der Börse griffen die Anleger bei Linde-Aktien dennoch zu. Die Titel kletterten mehr als zwei Prozent - und damit stärker als der Börsenleitindex Dax. Der konnte allerdings auch deutliche Gewinne verbuchen.

Vorstandschef-Frage geklärt

Eine Fusion unter Gleichen - "das wollte der Markt hören, aber das ist auch, was der Markt erwartet hat", sagte ein Händler. Insofern halte sich die Kursreaktion in Grenzen. Grundsätzlich sei das Risiko nicht ausgeräumt, dass die Gespräche am Ende doch scheitern, ganz abgesehen von vermutlich hohen wettbewerbsrechtlichen Hürden. Immerhin würde ein vereintes Unternehmen im globalen Geschäft mit Industriegasen einen Marktanteil von einem Drittel auf sich vereinigen.

Auch die Führungsfrage hat Linde gelöst: Das frühere langjähre Linde-Vorstandsmitglied Aldo Ernesto Belloni wird mit Wirkung zum 8. Dezember neuer Vorstandsvorsitzender von Linde und Arbeitsdirektor. Seine Bestellung endet 2018. Der noch amtierende Linde-Chef Wolfgang Büchele legt sein Amt mit Ablauf des heutigen Tages nieder.

Quelle: n-tv.de, bad/DJ

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