Wirtschaft

Klimadebatte um Inlandsflüge Luftfahrt verspricht sauberes Kerosin

imago64248191h.jpg

CO2 und Kondensstreifen: Der Flugverkehr gilt als Klimakiller. Die Luftfahrtlobby steuert nun gegen.

(Foto: imago/JOKER)

In der Klimadebatte geraten Vielflieger zunehmend unter Erklärungsdruck. Damit das Attribut "Klimakiller" nicht hängen bleibt, plant die Luftfahrtlobby nun ein eigenes Umweltkonzept. Die Ziele sind ehrgeizig: Alternativen zum Kerosin sollen die CO2-Emissionen auf null senken.

Spätestens seit dem Klimaprotest der "Fridays for Future"-Bewegung diskutiert Deutschland über den Klimawandel - und dabei schießen sich immer mehr auf den Flugverkehr ein. Jetzt reagiert die Luftfahrtbranche und kündigt ein eigenes Maßnahmenpaket an. "Wir wollen erreichen, dass die luftverkehrsbedingten CO2-Emissionen auf null sinken", zitierte die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" aus einer Erklärung des Präsidiums des Bundesverbands der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL). Demnach wollen sich die Unternehmen der Branche für die Förderung von Alternativen zu herkömmlichem Kerosin engagieren.

"Wir sind bereit, uns bei Pilotprojekten zum Aufbau industrieller Anlagen zur Herstellung von Power-to-Liquid-Kraftstoff zu beteiligen", zitierte die Zeitung die Erklärung des BDL-Präsidiums. In dem Gremium sitzen die Chefs von Lufthansa Cargo, Eurowings, Condor und mehrerer Flughäfen.

Kampf gegen Ticketsteuer "beendet"

Zu der seit 2011 geltenden Luftverkehrsabgabe hieß es, der BDL erkläre den jahrelangen Kampf gegen Ticketsteuern für beendet. Die Manager schlugen stattdessen vor, die Bundesregierung könne die Einnahmen daraus für die Markteinführung regenerativer Kraftstoffe verwenden. Dabei sei synthetisches Kerosin, das im Power-to-Liquid-Verfahren aus Wasserstoff und CO2 erzeugt werden kann, die "ökologisch beste Lösung". Die Manager fordern dabei "gemeinsame Anstrengungen von Politik und Wirtschaft".

Der Bund besteuert Flugtickets seit 2011 mit acht Euro für Inlands- und EU-Flüge und bis zu 45 Euro für die Langstrecke. Auf der Website des Verbandes findet sich derzeit noch die alte Position. Danach verzerre die im Alleingang beschlossene Abgabe den internationalen Wettbewerb und belaste die deutschen Luftverkehrsunternehmen überproportional.

Nun wollen die deutschen Fluggesellschaften dem "FAZ"-Bericht zufolge ihren Kunden bei Buchungen Kompensationsmöglichkeiten für Emissionen anbieten. Im Streit um klimakritische Inlandsflüge koppeln die Manager das Aus für solche Verbindungen an staatliche Investitionen in Alternativen. "Wo mittels attraktiver Schnellbahnverbindungen die Kunden überwiegend auf eine attraktive Verbindung mit der Bahn umsteigen, stellen wir den Luftverkehr ein", heißt es in der Erklärung. Dafür müsse aber unter anderem "so bald wie möglich" eine Fernbahnanbindung an den Münchner Flughafen entstehen.

*Datenschutz

Quelle: n-tv.de, mau/dpa/AFP

Mehr zum Thema