Wirtschaft
Beide Seite bleiben hart: Die größte deutsche Fluggesellschaft steuert weiteren Streikaktionen entgegen.
Beide Seite bleiben hart: Die größte deutsche Fluggesellschaft steuert weiteren Streikaktionen entgegen.(Foto: picture alliance / dpa)
Samstag, 21. März 2015

Tag vier des Pilotenstreiks: Lufthansa bleibt hart

Im Streit zwischen Piloten und Konzernführung stehen die Zeichen auf Konfrontation. Dem schrittweise ausgedehnten Streik zum Trotz will die Konzernführung den Forderungen nicht nachgeben. "Wir können und werden keine Kompromisse eingehen."

Die Lufthansa-Piloten haben am Samstag den vierten Tag in Folge gestreikt. Wegen des Ausstands würden 74 der geplanten 160 Langstreckenflüge ausfallen, teilte die Fluggesellschaft mit. Nicht bestreikt würden die Kurz- und Mittelstreckenverbindungen der Lufthansa und Flüge der Tochter Germanwings. Die Piloten waren am Mittwoch in den Streik getreten.

Die Kranich-Linie zeigte sich unnachgiebig. Eine Fortsetzung der Streiks in den nächsten Tagen sei nicht auszuschließen, schrieb der Konzernvorstand in einem Brief an die Kunden. Es sei Aufgabe des Managements, die Lufthansa dauerhaft wettbewerbsfähig zu machen. "Wir können und werden daher keine Kompromisse eingehen, die unsere Zukunftsfähigkeit gefährden", hieß es in dem Schreiben. Die Fluggesellschaft forderte die Gewerkschaft erneut auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren.

Von dem aktuellen Ausstand sind 20.000 Passagiere betroffen. Cockpit kämpft seit April 2014 für die Beibehaltung der betriebsinternen Frührentenregelung sowie hinter den Kulissen gegen den Ausbau des Lufthansa-Billigflugangebots unter der Marke Eurowings.

Flugausfälle über Ostern?

In Anbetracht der festgefahrenen Lage im Tarifstreit bereitete die Lufthansa ihre Kunden daher auf neuerliche Beeinträchtigungen vor. Die Lufthansa könne Streiks in den nächsten Tagen nicht ausschließen, hieß es. Man habe die Gewerkschaft aufgefordert, an den Verhandlungstisch zurückzukehren.

Die Gewerkschaft, die ebenfalls weitere Verhandlungen fordert, schließt unterdessen auch Arbeitskämpfe über die Osterfeiertage nicht aus. Seit Mittwoch dieser Woche bestreikt die Gewerkschaft jeweils abwechselnd die Langstrecke und Frachtflüge sowie Kurz- und Mittelstreckenflüge. Die Lufthansa versucht mit Notflugplänen die Wirkung der Arbeitsniederlegungen abzufedern.

Der Streit zwischen der Airline und ihren Piloten schwelt seit rund einem Jahr. Als Knackpunkt gelten die Regelungen rund um die betriebliche Frührente. Die Airline will ihre Flugzeugführer länger arbeiten lassen und an der Finanzierung der Altersvorsorge beteiligen.

Konkreter Anlass für die aktuellen Streikaktionen ist das Scheitern der Tarifgespräche zwischen Lufthansa und der Vereinigung Cockpit. Im Mittelpunkt steht dabei die Übergangsversorgung bis zur Rente der rund 5400 Piloten, die nach dem Konzerntarifvertrag bezahlt werden. Bereits am Freitag waren nach Angaben der größten deutschen Airline insgesamt 790 Kurz- und Mittelstreckenflüge ausgefallen.

Die Lufthansa steht angesichts des scharfen Wettbewerbs auf der Kurz- und Langstrecke unter Druck. Mit einem umfangreichen Sparprogramm, das noch vom früheren Chef Christoph Franz auf den Weg gebracht wurde, sollen Kosten gesenkt werden. Zudem will die Lufthansa mit einer neuer Billig-Strategie Marktanteile erobern.

Quelle: n-tv.de

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