Wirtschaft

"Größte Krise aller Zeiten" Lufthansa hat 99 Prozent weniger Passagiere

Lufthansa-Maschinen bleiben auf dem Boden. Von 760 Maschinen sind nur rund 60 im Einsatz.

Lufthansa-Maschinen bleiben auf dem Boden. Von 760 Maschinen sind nur rund 60 im Einsatz - zahlreiche Flugzeuge werden gerade am noch nicht eröffneten Berliner Flughafen BER geparkt.

(Foto: dpa)

Für die Lufthansa soll der Weg aus der Corona-Krise mit einer staatlichen Beteiligung und einer Zahlung von neun Milliarden Euro seitens der Bundesregierung geebnet werden. Wie ernst die Lage ist, zeigen aktuelle Fluggastzahlen.

Vom Höhenflug in massive finanzielle Turbulenzen: Noch im vergangenen Jahr verbuchte der Lufthansa-Konzern Rekorde bei Umsatz und Passagieren. Doch die Corona-Krise hat den globalen Luftverkehr im Eiltempo in seine "größte Krise aller Zeiten" gestürzt, wie Lufthansa-Chef Carsten Spohr es formuliert. Wie sehr das Unternehmen von der Pandemie betroffen ist, zeigt ein Blick auf die Zahlen. Im vergangenen Jahr stiegen bei einem Umsatz von 36,4 Milliarden Euro jeden Tag 350.000 Fluggäste in eine Maschine der Kranich-Linie oder der weiteren Konzernairlines wie Swiss, Austrian oder Eurowings. Zuletzt waren es nur noch etwa 3000.

"Die Passagierzahlen bei Lufthansa liegen aktuell nur noch bei maximal einem Prozent des Vorjahresniveaus", berichtete Spohr Anfang Mai bei der virtuellen Hauptversammlung der Lufthansa. "Oder anders formuliert: Der Passagierrückgang beträgt 99 Prozent." Die Krise betrifft auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Konzerns.

Für 80.000 von ihnen bedeutet sie Kurzarbeit. Insgesamt hat die Lufthansa Group rund 138.000 Mitarbeiter. Wegen der Einreiseverbote in vielen Ländern und weiterer Einschränkungen zur Eindämmung der Pandemie ist ein Großteil der Flotte am Boden. Von 760 Maschinen sind nur rund 60 im Einsatz; hoch ist lediglich die Nachfrage nach Frachtflügen.

Eine Million Verlust pro Stunde

Für die Lufthansa ist das mit hohen Einbußen verbunden, denn die Kosten etwa für Personal, Material, Mieten oder Treibstoffsicherung laufen weiter: Eine Million Euro verliert die Lufthansa nach Angaben Spohrs dadurch - pro Stunde. Der Konzernchef hat deshalb immer wieder betont, dass die 1997 privatisierte Lufthansa die Krise nicht ohne staatliche Unterstützung werde überstehen können.

Ab Juni soll nun die erste Phase eines "Neustarts" beginnen und der Lufthansa-Flugplan, der in der Corona-Krise auf das Niveau des Jahres 1955 zusammengeschnürt ist, wieder "spürbar" ausgeweitet werden. Allerdings: Auch Spohr rechnet mit einer "sehr langsamen Anlaufphase" - erst für das Jahr 2023 erwartet die Lufthansa demnach, dass die globale Nachfrage "ihr neues Gleichgewicht gefunden hat".

Quelle: ntv.de, ysc/AFP