Wirtschaft

Nach dem Absturz in Ägypten Lufthansa umfliegt die Sinai-Halbinsel

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Mulmiges Gefühl: Am Flughafen Sharm el Sheikh stehen Urlauber am Checkin-Schalter an.

(Foto: AP)

Ist die Flugroute über dem Sinai sicher? Obwohl die Absturzursache einer russischen Passagiermaschine noch vollkommen im Dunkeln liegt, ziehen die ersten Fluggesellschaften Konsequenzen. Die Deutsche Lufthansa weicht aus.

Der Absturz eines russischen Passagierflugzeugs vom Typ Airbus A321 auf der ägyptischen Halbinsel Sinai bereitet Sicherheitsexperten ernste Sorgen. Auch wenn bislang keine greifbaren Belege dafür vorliegen, dass fanatische Islamisten - wie von ihren Unterstützern behauptet - den mit 224 Menschen besetzten Jet tatsächlich abgeschossen haben, wollen führende Fluggesellschaften kein Risiko eingehen.

Die Lufthansa macht eigenen Angaben zufolge bis auf Weiteres einen Bogen um die Sinai-Halbinsel. Kurz nach dem Absturz des russischen Passagierflugzeugs sei entschieden worden, dass "die Lufthansa die Sinai-Halbinsel aus Sicherheitsgründen zunächst nicht mehr überfliegt", sagte eine Sprecherin der Fluggesellschaft der "Welt am Sonntag". Es handele sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme, betonte die Lufthansa-Sprecherin, da die Unglücksursache noch nicht feststehe. Die französische Fluggesellschaft Air France-KLM schloss sich der Entscheidung an. Weitere Airlines dürften folgen.

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Beim Absturz der Passagiermaschine auf dem Weg von Scharm el Scheich am Roten Meer nach St. Petersburg waren am Morgen alle 224 Menschen an Bord ums Leben gekommen. Bei den Opfern handelt es sich überwiegend um russische Urlauber auf der Heimreise. Der ägyptische Ableger der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) hatte Stunden später per Twitter-Botschaft erklärt, die Urlaubermaschine zum Absturz gebracht zu haben.

Experten reagierten mit Skepsis auf diese Bekennerbotschaft. Die russische Regierung zweifelte die Darstellung der fanatischen Islamisten offen an. Bisher gibt es weder von ägyptischer, noch von russischer Seite offiziellen Angaben zur Unglücksursache. Bergungskräfte des ägyptischen Militärs stellten vor Ort die Blackbox der Maschine sicher. Sie soll in Moskau ausgewertet werden.

Für die Fluggesellschaft ist die Umleitung ihrer Linienmaschinen mit nicht geringem Aufwand verbunden. Sollte sich die Flugstrecke durch Umwege verlängern, müssen unter Umständen die Flugpläne an die neuen Ankunftszeiten angepasst werden. "Die bislang über das Sinai-Gebiet entlanglaufenden Routen, etwa in den Mittleren Osten, werden jetzt je nach Zielflughafen rechts- oder links vorbeigeleitet", erklärte die Lufthansa-Sprecherin. Das Unternehmen stehe wegen des weiteren Vorgehens in engem Kontakt mit den Behörden.

Quelle: ntv.de, mmo/AFP