Wirtschaft

Michael Kors kauft Jimmy Choo Luxushandtasche übernimmt Luxusschuh

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Ein Paar Schuhe von Jimmy Choo kann schon mal 2995 Pfund kosten.

(Foto: imago/ZUMA Press)

Carrie Bradshaw aus der TV-Serie "Sex and the City" trug sie leidenschaftlich gerne und auch Lady Di wusste ein gutes Paar Schuhe von Jimmy Choo zu schätzen. Nun geht die Kultmarke an die ebenso international bekannte Modekette Michael Kors.

Michael Kors will sich mehr Glamour einkaufen und übernimmt das Schuh-Kultlabel Jimmy Choo für 896 Millionen britische Pfund. Damit versucht Michael Kors, in einem wettbewerbsintensiven Marktumfeld die Schwäche seines Kerngeschäfts mit Handtaschen auszugleichen. Die sowohl hochpreisig als auch hochhackigen Pumps und Stilettos von Jimmy Choo erlangten Berühmtheit durch die Fernsehserie "Sex and the City".

Das Modelabel Michael Kors leidet wie die Wettbewerber stark darunter, dass Luxuskunden nicht mehr den vollen Preis für die Ware bezahlen wollen. Im Zuge eines harten Wettbewerbs werden teilweise Luxusartikel in US-Kaufhäusern zum Discountpreis oder in sogenannten Off-Price-Läden verramscht. Viele reduzierte Marken in einem Geschäft und das in guten Lagen in der Innenstadt - so funktioniert das Off-Price-Konzept. Dadurch, dass nur Restbestände verkauft werden, wechselt das Sortiment im Off-Price-Geschäft täglich. Für die etablierte Modewelt ist dies alles andere als lustig: Die Preisabschläge auf Luxusartikel sind oft beträchtlich. Zudem schadet dies dem Markenimage.

Hinzu kommt, dass der Verkauf von Handtaschen schleppend verläuft, weil der Trend mehr zu kleineren und günstigeren Taschen geht. Im Mai reagierte Michael Kors und kündigte ein Turnaround-Programm an. Zwischen 100 und 125 Filialen werden geschlossen und bestehende Niederlassungen renoviert. Das Unternehmen limitierte auch die Produktmenge, die an Kaufhäuser geliefert wird, die hohe Rabatte einräumen. Zudem versucht Michael Kors, in seinen Entwürfen kreativer zu werden.

Der Druck auf Michael Kors ist allerdings gestiegen, seitdem der US-Lederwarenspezialist Coach die Übernahme für das vor allem für seine Handtaschen bekannte Modehaus Kate Spade & Company ankündigte. Coach lässt sich den Zukauf 2,4 Milliarden US-Dollar kosten. Von der Übernahme verspricht sich das Unternehmen die Erschließung einer neuen, jüngeren Zielgruppe.

Handtaschenmarkt hat es schwer

Das Wachstum auf dem Handtaschenmarkt hat sich stark abgeschwächt. Nach Einschätzung von Craig Johnson, Analyst bei Customer Growth Partners, liegt das Wachstum bei 2 Prozent nach noch bis zu 15 Prozent vor sechs Jahren.

Jimmy Choo steht seit April zum Verkauf. Der europäische Investmentfonds JAB Holding Co erklärte im Frühling, dass er sich künftig auf seine Restaurants und Holdings im Kaffeegeschäft konzentrieren will. Die britische Marke, die einst auch zu den Mode-Lieblingen von Prinzessin Diana gehörte, bietet Pumps und Stiefel bis zu einem Preis von 2995 Pfund an.

Jimmy Choo leidet zwar unter den gleichen Diskontierungsproblemen in den US-Kaufhäusern wie Michael Kors. Allerdings wird das Label von einer stärkeren Entwicklung auf den Märkten in Großbritannien, China und Japan getragen, wo der Name Jimmy Choo ein starkes Markenimage hat. Im vergangenen Jahr setzte Jimmy Choo 364 Millionen Pfund um, das waren fast 15 Prozent mehr als im Vorjahr.

In einer Unternehmensmitteilung beschreibt sich Michael Kors als "idealer Partner für Jimmy Choo" und erklärte, das Wachstum von Jimmy Choo durch Einzelhandelsgeschäfte und die Weiterentwicklung der Online-Präsenz anzutreiben. Jimmy Choo soll weiterhin von dem derzeitigen Vorstandsvorsitzenden Pierre Denis geführt werden, einem ehemaligen Chef des Luxuskonzerns LVMH. Der Manager leitet seit 2012 Jimmy Choo.

Quelle: n-tv.de, kpi/DJ