Wirtschaft
Während die OAS bereits mit einer Militäraktion zu seinem Sturz liebäugelt, wird Maduro in China mit allen Ehren als Staatsgast empfangen.
Während die OAS bereits mit einer Militäraktion zu seinem Sturz liebäugelt, wird Maduro in China mit allen Ehren als Staatsgast empfangen.(Foto: REUTERS)
Sonntag, 16. September 2018

Geld für Öl- und Goldproduktion: Maduro sichert sich China-Investitionen

Venezuela steht am wirtschaftlichen Abgrund. Millionen Menschen fliehen vor Hyperinflation und Mangelwirtschaft. In den Nachbarstaaten wird bereits laut über eine Militärinventionen nachgedacht. Dringend benötigte Unterstützung holt sich Präsident Maduro in China.

Venezuelas Präsident Nicolas Maduro hat seinem krisengeplagten Land nach eigenen Angaben Finanzierungszusagen aus China gesichert. Es gebe entsprechende Zusagen zur Steigerung der Öl- und Goldproduktion sowie Investitionen in mehr als 500 Entwicklungsprojekte, sagte Maduro während eines Besuchs in China dem venezolanischen Staatssender VTV. In der Volksrepublik hatte er Gespräche mit Präsident Xi Jinping, der China Development Bank und der China National Petroleum Corporation geführt.

Die Volksrepublik ist der größte Kreditgeber Venezuelas. Peking gewährte dem Land bereits mehr als 50 Milliarden US-Dollar (43 Milliarden Euro) an Krediten. Das südamerikanische Land begleicht seine Schulden mit Öllieferungen. Rund 20 Milliarden Dollar wurden bisher nicht zurückgezahlt.

Das Ölgeschäft ist die wichtigste Einnahmequelle für Venezuela. Allerdings gilt die Infrastruktur des staatlichen Ölkonzerns PDVSA als veraltet, das Land produziert derzeit so wenig Öl wie seit Jahren nicht mehr. Venezuela und PDVSA waren 2017 als teilweise zahlungsunfähig erklärt worden.

Venezuela steckt infolge von Ölpreisverfall und Misswirtschaft in einer tiefen Wirtschaftskrise. Hyperinflation, Knappheit bei Nahrungsmitteln und Medikamenten sowie Engpässe bei der Strom- und Wasserversorgung machen vielen Venezolanern zu schaffen. Die Opposition macht Maduro dafür verantwortlich und wirft ihm außerdem vor, die Demokratie in dem Land auszuhebeln.

Angesichts der Krise brachte die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) jüngst einen gewaltsamen Sturz der venezolanischen Regierung ins Spiel. Angesichts des Leids der Menschen in Venezuela und der Massenflucht aus dem Land müsse in erster Linie eine diplomatische Lösung angestrebt werden, "aber wir sollten keine Maßnahme ausschließen", sagte OAS-Generalsekretär Luis Almagro am Freitag bei einem Besuch in Kolumbien.

Quelle: n-tv.de