Facebook-Mutter verliert Prozess Mangelnder Kinderschutz: Meta soll Millionenstrafe zahlen

Werden Minderjährige auf Instagram und Facebook ausreichend vor sexueller Belästigung und Missbrauch geschützt? Erstmals gibt es ein Gerichtsurteil zu dieser Frage.
Meta ist in den USA wegen mangelnden Schutzes von Kindern auf seinen Plattformen zu einer Strafzahlung von 375 Millionen Dollar verurteilt worden. Eine Jury im Bundesstaat New Mexico sah es als erwiesen an, dass der Facebook-Mutterkonzern gegen das dortige Verbraucherschutzgesetz verstoßen habe.
Der Generalstaatsanwalt des Bundesstaates hatte Meta vorgeworfen, Nutzer über die Sicherheit von Facebook, Instagram und WhatsApp zu täuschen und die sexuelle Ausbeutung von Kindern zu begünstigen. Sexualstraftätern sei ein ungehinderter Zugang zu minderjährigen Nutzern gewährt worden, was oft zu tatsächlichem Missbrauch und Menschenhandel führe.
Meta will Berufung einlegen. Man sei mit dem Urteil nicht einverstanden, teilte der Konzern mit. Das Unternehmen arbeite mit Hochdruck daran, die Sicherheit in seinen Netzwerken zu gewährleisten. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Strafe von zwei Milliarden Dollar gefordert. Die Meta-Aktie legte im nachbörslichen Handel zunächst um 0,8 Prozent zu.
Weitere Prozesse laufen
Die Entscheidung in New Mexico ist das erste Geschworenenurteil dieser Art gegen den Social-Media-Konzern. Meta steht seit Jahren wegen des Umgangs mit dem Jugendschutz in der Kritik. Ins Rollen kam das Thema unter anderem durch die Aussage einer Whistleblowerin vor dem Kongress im Jahr 2021. Demnach soll das Unternehmen gewusst haben, dass seine Produkte schädlich sein könnten, sich jedoch geweigert haben, Maßnahmen zu ergreifen.
Unabhängig von dem Verfahren in New Mexico sieht sich Meta mit Tausenden weiteren Klagen konfrontiert. Darin wird dem Konzern vorgeworfen, seine Dienste absichtlich so zu gestalten, dass sie junge Menschen süchtig machen und damit zu einer landesweiten Zunahme psychischer Erkrankungen beitragen. In einigen dieser Verfahren werden laut Unterlagen des Konzerns Schadensersatzforderungen in zweistelliger Milliardenhöhe geltend gemacht.