Wirtschaft

8 Milliarden Dollar zugesprochen Mann mit Brüsten siegt gegen Pharmariesen

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Das Logo des US-Pharmakonzerns zur Feier des 75. Jubiläums des Börsengangs in New York.

(Foto: REUTERS)

Ein psychisch erkrankter Mann nimmt ein Medikament des US-Pharmakonzerns Johnson & Johnson ein - und bekommt Brüste. Ein Geschworenengericht spricht dem Mann deshalb ein unfassbar hohes Schmerzensgeld zu. Für den Pharmariesen könnte es noch dicker kommen.

Der US-Pharmariese Johnson & Johnson ist zu einer milliardenschweren Strafzahlung verurteilt worden. Dem Unternehmen wird vorgeworfen, die Nebenwirkungen eines seiner Medikamente verschwiegen zu haben. Es geht um das Neuroleptikum Risperdal, das angeblich zu unerwünschten Brustvergrößerungen bei männlichen Patienten führt.

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Eine Geschworenenjury sprach einem Kläger in Philadelphia Schadenersatz in Höhe von 8 Milliarden Dollar (7,3 Milliarden Euro) zu, wie US-Medien übereinstimmend berichteten. Johnson & Johnson bezeichnete das Urteil als "in grober Weise unangemessen" und will es anfechten. Das Unternehmen sei zuversichtlich, dass die Entscheidung der Jury letztlich keinen Bestand haben werde.

Im aktuellen Fall hatte eine Jury dem Kläger bereits 2015 eine Entschädigung von 1,75 Milliarden Dollar zugesprochen, die später auf 680.000 Dollar gesenkt wurde. Dabei ging es zunächst aber nur um den regulären Schadenersatz. Nun hatten die Geschworenen über den sogenannten Strafschadenersatz zu entscheiden, der im US-Recht als Zusatzsanktion in besonders schweren Fällen verhängt werden kann.

Hier kommt es immer wieder vor, dass hohe Strafen hinterher von Richtern als unverhältnismäßig betrachtet und verringert werden. So oder so ist der Fall für Johnson & Johnson aber brisant, da der Konzern mit mehr als Zehntausend ähnlichen Klagen konfrontiert ist.

Quelle: n-tv.de, dgu/dpa

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