Wirtschaft

Anleger verlieren das Vertrauen Manz-Aktien "zerreißt es"

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Manz stellt Spezialmaschinen für verschiedene Einsatzmöglichkeiten her.

Die einstige Konjunkturlokomotive China wird für einige deutsche Unternehmen mehr und mehr zum Bremsklotz. Jüngstes Beispiel ist der Spezialmaschinenbauer Manz. Die Folgen sind drastisch.

Mit der zweiten Gewinnwarnung binnen eines Jahres hat der Spezialmaschinenbauer Manz die Aktionäre geschockt. Diese reagierten mit breiten Verkäufen ihrer Anteilsscheine, was wiederum den Aktienkurs unter Druck setzte. In der Spitze büßten die Anteilsscheine 37 Prozent ein. Aus dem Handel verabschiedeten sie sich rund 29 Prozent tiefer. "Die Aktie zerreißt es", kommentiert n-tv-Börsenexperte Frank Meyer.

Manz Automation
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Manz hatte mitgeteilt, seine Prognose für das Gesamtjahr nicht mehr halten zu können. Erneut hätten Kunden, vor allem aus Asien, Aufträge in den Unternehmensbereichen Energy Storage und Electronics verschoben. Die Investitionsbereitschaft sei wegen der konjunkturellen Abkühlung in China sowie der Entwicklungen an den chinesischen Kapitalmärkten in den vergangenen Wochen deutlich zurückgegangen. "Die Frage ist bei Manz erneut, ob die Aufträge noch kommen", sagte ein Aktienhändler.

Für 2015 geht der Vorstand nun von einem kräftig rückläufigen Umsatz auf 200 bis 210 Millionen Euro aus. Zuvor hatte der Konzern mit einem "moderat rückläufigen Umsatz" im Vergleich zum Vorjahr gerechnet, als 305,9 Millionen Euro erreicht wurden. Der operative Verlust (EBIT) wird voraussichtlich im mittleren zweistelligen Millionenbereich liegen. Bislang wollte Manz das EBIT zum Vorjahr leicht verbessern, rechnete gleichwohl bereits mit einem Verlust. Manz hatte bereits im Juni seinen Ausblick gesenkt.

Solar-Geschäft wackelt

Die Kostenstruktur will Manz nun so anpassen, dass auf Basis des für 2016 erwarteten Umsatzvolumens ab dem kommenden Geschäftsjahr kostendeckend gewirtschaftet werden kann und wieder Wachstum möglich wird. Dabei will sich Manz auf die Bereiche Consumer Electronics und Energy Storage konzentrieren. Für den Geschäftsbereich Solar würden hingegen die strategischen Optionen geprüft.

"Manz befindet sich im freien Fall", kommentierte Cornelia Frey von der Börse Stuttgart bei n-tv. "China-Schwäche, in die Zukunft verschobene Aufträge, zweite Gewinnwarnung innerhalb eines Jahres - nun steht alles auf dem Prüfstand." Erste konkrete Maßnahmen will das Unternehmen nach eigenen Angaben Ende November bekannt geben. Am 9. November veröffentlicht Manz seine Quartalszahlen.

China-Schwäche macht sich bemerkbar

Die einstige Lokomotive China wird für viele deutsche Unternehmen zum Bremsklotz. Wegen des trüben Geschäftsumfelds in den Schwellenländern haben zuletzt viele Firmen wie der Modekonzern Hugo Boss und der Autozulieferer Leoni ihre Prognosen gesenkt und das vor allem mit Problemen auf dem riesigen chinesischen Markt begründet.

Manz hatte bereits mit einer breiteren Geschäftsaufstellung gegengesteuert. Mit dem Dax-Konzern Adidas gab das Unternehmen in der Vorwoche eine Kooperation beim Aufbau sogenannter Speedfactories bekannt. Ziel der Zusammenarbeit ist eine automatische Schuhproduktion in Deutschland ab 2016. Firmenchef Dieter Manz verspricht sich von dem Einstieg in die schnelle und kostengünstige Produktionstechnik einen deutlichen Schub für Umsatz und Ertrag: "Hier sehe ich für unser Unternehmen ein gutes Entwicklungspotenzial." Mit einem Kurssprung von 9 Prozent waren die Manz-Aktien damals auf die Kooperation reagiert.

Quelle: n-tv.de, bad/DJ/dpa/rts

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