Wirtschaft

US-Indizes mit Verlusten Maue Konjunkturdaten bremsen Kauflaune

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(Foto: AP)

Gesunkene Umsätze im Einzelhandel und gestiegene Erzeugerpreise sorgen an der Wall Street für Katerstimmung. Die Folge: Anleger halten sich mit ihren Investitionen zurück. Gegen den Trend geht es hingegen für Boeing. Die Papiere des Flugzeugherstellers legen leicht zu.

Mehrheitlich hinter den Erwartungen gebliebene Konjunkturdaten haben für Kursverluste an der Wall Street gesorgt. Vor allem die überraschend deutlich gesunkenen Einzelhandelsumsätze lasteten auf der Stimmung. Die Investoren hielten sich aber wegen der Sitzung der US-Notenbank zurück, deren Ergebnisse dann am Mittwoch bekannt gegeben werden.

In den zurückliegenden Monaten hat die Inflation merklich angezogen. Grund waren die Konjunkturerholung von dem pandemiebedingten Einbruch und Lieferengpässe. Die US-Notenbank beharrt jedoch darauf, dass der Preisauftrieb nur vorübergehend sei - eine Meinung, die auch viele Marktteilnehmer teilen. Sollte die Inflation jedoch länger auf hohem Niveau bleiben und die Fed ihre Unterstützung für die Märkte durch geldpolitische Straffungen zurückfahren, könnte dieses Vertrauen erschüttert werden, hieß es.

S&P 500
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Der Dow-Jones-Index verlor 0,3 Prozent auf 34.299 Punkte. Der S&P-500 schloss 0,2 Prozent tiefer bei 4.247 Punkten. Für den Nasdaq-Composite ging es um 0,7 Prozent auf 14.073 Punkte nach unten - dieser hatte zuletzt aber auch deutlicher zugelegt.

Erzeugerpreise steigen stärker als erwartet

Wie schon die in der vergangenen Woche veröffentlichten Verbraucherpreise sind auch die Erzeugerpreise im Mai stärker gestiegen als erwartet. Der Empire-State-Index sank im Vergleich zum Vormonat im Juni unerwartet deutlich. Die Industrieproduktion stieg im Mai wiederum etwas stärker als erwartet. Das Hauptaugenmerk lag jedoch auf den Einzelhandelsumsätzen.

Ihr Rückgang im Mai befeuerte auf der einen Seite Zweifel am für die US-Wirtschaft so wichtigen privaten Konsum, könnte aber auch als Zeichen verstanden werden, dass die Amerikaner sich keine Sorgen wegen steigender Verbraucherpreise machen, sagte Sebastien Galy, Makro-Stratege bei Nordea Asset Management. Der Umsatzrückgang könnte bedeuten, dass sich die US-Haushalte nicht gezwungen sähen, Anschaffungen aus Angst vor der Inflation vorzuziehen.

Ölpreise steigen weiter

Boeing
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Gegen den Trend ging es für die Boeing-Aktie um 0,6 Prozent aufwärts. Beim ersten Besuch von US-Präsident Joe Biden in Brüssel haben die USA und die EU ihren langjährigen Streit um die Flugzeugbauer Airbus und Boeing entschärft. Beide Seiten verpflichteten sich am Dienstag, für fünf Jahre auf Strafzölle in dem Dauerdisput um Subventionen zu verzichten.

Mit den weiter gestiegenen Ölpreisen waren vor allem Aktien aus dem Energiesektor gesucht. Dieser lag mit einem Plus von 2,1 Prozent an der Spitze der Subindizes im S&P-500. Für die Papiere von Chevron ging es um 2,1 Prozent aufwärts, Exxon Mobil gewannen 3,7 Prozent. Die Aktien des Bergbaukonzerns Freeport-McMoran brachen um 4,7 Prozent ein. Hier belastete der drastische Rücksetzer des Kupferpreises von über vier Prozent, hieß es.

Dollar kaum verändert

Vor allem die Hoffnung auf eine wieder steigende Nachfrage mit den weltweiten Lockerungen trieb die Ölpreise weiter an - auf den höchsten Stand seit Oktober 2018. "Die indirekten Verhandlungen zwischen Iran und den USA tragen bisher keine Früchte, und Beobachter glauben auch nicht an eine schnelle Einigung", so Ricardo Evangelista vom Brokerhaus Activtrades zur geplanten Wiederbelebung des Atomabkommens. Eine Einigung könnte zu einer schnellen Aufhebung der Ölexport-Beschränkungen führen.

Goldpreis
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Am Devisenmarkt zeigte sich der Dollar kaum verändert. Dass der Greenback zuletzt nach überraschend hohen Inflationsdaten aufgewertet habe, deutet darauf hin, dass Anleger darauf spekulieren, die Fed werde angesichts zunehmender Inflationsrisiken frühzeitig aktiv, hieß es von der Commerzbank. Gleichzeitig hätten die vergangenen beiden Arbeitsmarktberichte jedoch enttäuscht. Dieses Umfeld mache das aktuelle Fed-Treffen so spannend.

Die Renditen zeigten sich nach den kräftigen Vortagesgewinnen wenig verändert. Die Rendite zehnjähriger US-Anleihen lag bei 1,50 Prozent. Der Goldpreis gab erneut nach. Im Fokus stand vor allem die Sitzung der US-Notenbank, hieß es. Aber auch die zuletzt kräftig gestiegenen US-Renditen belasteten weiter, machen sie das zinslose Edelmetall doch unattraktiver.

Quelle: ntv.de, jpe/DJ

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