Wirtschaft

Nachfrage sinkt leicht Maue Weltkonjunktur bremst Exporte

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(Foto: dpa)

Weltweit kommt die Wirtschaft nicht so richtig in Fahrt. Das geht auch an den deutschen Unternehmen nicht spurlos vorbei. Der Auslandsabsatz gerät ins Stocken. Und auch die Einkäufer schalten zumindest keinen Gang hoch.

Die flaue Weltkonjunktur lastet auf den deutschen Exportgeschäften. Im Mai sanken die Exporte bereinigt um 1,8 Prozent im Vergleich zum Vormonat auf 99,5 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Im Vergleich zum Vorjahresmonat lagen die Exporte indes um 1,6 Prozent höher. Die Importe stagnierten nahezu: Im Vergleich zum Vormonat stiegen sie um 0,1 Prozent auf 77,4 Milliarden Euro. Auf Jahressicht ergab sich ein Rückgang um 0,1 Prozent.

Die Exporte in die EU-Länder legten den Angaben zufolge um 2,1 Prozent zu. Im Geschäft mit den nicht zur Eurozone gehörenden EU-Staaten - wie etwa Polen und Großbritannien - gab es dabei ein Wachstum von 3,1 Prozent. Die Nachfrage aus der Währungsunion zog um 1,5 Prozent an. Die Ausfuhren in die Staaten außerhalb der Europäischen Union - wie etwa die weltgrößten Volkswirtschaften USA und China - nahm um 0,9 Prozent zu.

Für Mai ergab sich damit kalender- und saisonbereinigt ein Außenhandelsüberschuss von 22,2 Milliarden Euro. Der Überschuss in der Leistungsbilanz betrug nach vorläufigen Berechnungen der Bundesbank 17,5 Milliarden Euro. Ökonomen hatten 24,2 Milliarden Euro erwartet.

Weltweit drückt derzeit der drohende Ausstieg Großbritanniens aus der EU, die jüngsten Börsenturbulenzen und die schlappe Konjunktur in wichtigen Volkswirtschaften wie China, Brasilien und Japan auf die Stimmung der Wirtschaftsakteure. Auch in den USA läuft die Konjunktur nicht wirklich rund.

DIHK: "Exporte schleppen sich träge durchs Jahr"

"Die deutschen Exporte schleppen sich träge durchs Jahr", sagte der Außenhandelschef des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Volker Treier. "Außerhalb der EU gibt es aufgrund weltweiter Krisen und niedriger Ölpreise kaum Wachstumspotentiale."

Die schwachen Ausfuhren signalisieren, dass Europas größte Volkswirtschaft nach dem starken Jahresauftakt im Frühling erheblich an Schwung verloren haben dürfte - zumal im Mai auch die Produktion schrumpfte und die Industrieaufträge stagnierten.

"Alle Indikatoren signalisieren eine deutliche Verlangsamung", sagte ING-Ökonom Carsten Brzeski. DekaBank-Experte Andreas Scheuerle schließt nicht aus, dass das Bruttoinlandsprodukt im zweiten Quartal sogar geschrumpft sein könnte.

Auch die Aussichten für die zweite Jahreshälfte haben sich mit dem Brexit-Votum der Briten verdüstert. Der DIHK rechnet für die nächste Zeit mit einem kräftigen Rückgang der Exporte nach Großbritannien. Einer DIHK-Umfrage zufolge planen viele der 56000 befragten Unternehmen bei Töchtern in Großbritannien nun Personalabbau und eine Kürzung der Investitionen. Großbritannien ist für die deutschen Exporteure der drittwichtigste Markt in der Welt nach den Vereinigten Staaten und Frankreich.

Quelle: ntv.de, jwu/DJ/rts