Wirtschaft

Staatskonzern übernimmt Mehrheit McDonald's will in China aufs Land

dca7e57e221bcf30c3bae64ddb01e026.jpg

McDonald's in Fernost: Die Kette will in mittelgroße Städte expandieren.

(Foto: REUTERS)

2200 Filialen betreibt McDonalds in China, doch rentabel sind die nicht wirklich. Nun übernimmt ein chinesischer Staatskonzern das Burger-Geschäft in Fernost – dadurch sollen regionale Strukturen besser genutzt werden können.

Die Schnellrestaurantkette McDonald's verkauft die Kontrollmehrheit an ihrem China-Geschäft an den staatlichen Mischkonzern Citic. 80 Prozent des Geschäfts, das insgesamt mit mehr als zwei Milliarden Dollar bewertet wird, gehen an das Firmenkongloremat, teilt McDonald's mit.

McDonald's
McDonald's 178,64

Der US-Konzern hat etwa 2200 Filialen in China, ein Drittel davon wird bereits als Franchise geführt. Franchisenehmer sind Unternehmer, die ein Fastfoodrestaurant in Eigenregie betreiben und die Produkte vom Konzern kaufen. Im Zuge des Deals werden nun auch die restlichen Fast-Food-Restaurants in Lizenz betrieben. McDonald's bleibt an ihnen mit 20 Prozent beteiligt. Der Konzern kann mit der Transaktion seine Betriebskosten senken und das Eigenkapital stärken. Denn circa fünf bis sieben Prozent der Einnahmen fließen weiterhin an McDonald's.

McDonald's hat seit einigen Jahren Schwierigkeiten, den Umsatz in China zu steigern. Die Restaurants mit den goldenen Bögen im Logo sind die zweitgrößte westliche Fast-Food-Kette im Land nach der Yum China Holdings, die mehr als 5000 KFC-Filialen und fast 2000 Pizza-Hut-Läden betreibt.

Raus aus den Metropolen

Nach Lieferproblemen bei Hamburgern und Hühnchen waren die Verkäufe in einigen McDonald's-Filialen vor rund zwei Jahren drastisch gesunken. Zwar hatte sich die Nachfrage ab Mitte 2015 wieder erholt, ging im vergangenen Quartal aber wieder zurück. Grund war eine Protesthaltung von Kunden wegen der chinesischen Gebietsansprüche im Südchinesischen Meer, wie McDonald's-Chef Steve Easterbrook sagte.

Ein chinesischer Partner würde McDonald's helfen, aus den Metropolen wie Peking, Schanghai oder Guangzhou in kleinere Städte zu expandieren, weil er sich im Immobilienmarkt und der Marktdemographie besser auskennt. In den kommenden Jahren sollen so rund 1500 weitere Filialen vor allem in mittelgroßen Städten entstehen.

Der Konzern war in den frühen 90er-Jahren nach China expandiert. Viele Chinesen machten in den Restaurants ihre ersten Erfahrung mit westlichen Speisen. Allerdings verlangen die chinesischen Verbraucher inzwischen gesündere, gehobenere und individuellere Alternativen. Auch der Wettbewerb nimmt zu, mit Marken wie Dicos, einer Kette aus Taiwan, die in China in über 2000 Filialen Hühnchen-Sandwiches anbietet, oder Real Kung Fu, einem Anbieter von chinesischer Nudelsuppe mit Rind- und Schweinefleisch.

Quelle: n-tv.de, cas/DJ/AFP

Mehr zum Thema