Wirtschaft

Stuttgarter verkaufen mehr Autos Mercedes ist beim Absatz weiter Nummer eins

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Im US-Werk in Tuscaloosa produziert Mercedes stark nachgefragte SUV.

(Foto: picture alliance/dpa)

Das China-Geschäft und die hohe SUV-Nachfrage bescheren Mercedes 2018 ein leichtes Absatzplus. Das reicht den Stuttgartern, um Nummer eins unter den Premiummarken zu bleiben. Die Verkäufe taugen aber immer weniger als Kennzahlen für Erfolg.

Dank glänzender Geschäfte in China hat Mercedes 2018 erneut mehr Autos verkauft. 2,31 Millionen Fahrzeuge mit Stern auf der Motorhaube wurden weltweit ausgeliefert, das sind 0,9 Prozent mehr als 2017, wie der Oberklasse-Hersteller mitteilte. Angesichts dieser Absatzzahlen feierten die Stuttgarter nicht nur das achte Rekordjahr hintereinander, sondern sehen sich weiter ganz vorn in der Oberklasse: "2018 haben wir zum dritten Mal in Folge unsere Position als Nummer 1 unter den Premium-Automobilmarken gefestigt", sagte Daimler-Chef Dieter Zetsche.

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Konkurrent BMW hat indes noch keine Verkaufszahlen für seine weiß-blaue Kernmarke vorgelegt; Experten halten es aber für unwahrscheinlich, dass die Bayern die Schwaben 2018 überholt haben könnten. BMW behalf sich im Kampf um die begehrte Premiumkrone einfach mit einer anderen Kennzahl: dem Konzernabsatz. Von den drei Marken BMW, Mini und Rolls-Royce wurden im vergangenen Jahr insgesamt 2,49 Millionen Fahrzeuge verkauft (plus ein Prozent), wie Vorstandschef Harald Krüger auf Twitter mitteilte. Damit sei der BMW-Konzern im 15. Jahr der weltgrößte Premium-Autobauer.

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Die Marken Mercedes Benz und Smart, die zu Daimlers Pkw-Sparte gehören, setzten 2018 gemeinsam knapp 2,44 Millionen Fahrzeuge (plus 0,6 Prozent) ab. Analyst Frank Schwope von der NordLB sprach von irrelevanten Marketingspielereien: "Man redet ja von Premiummarken und nicht von Premiumkonzernen." Der Autoexperte sagte weiter: "Mercedes liegt vor BMW, ganz klar."

Starkes Wachstum in Fernost

Die Autobauer betonen selbst seit geraumer Zeit, dass angesichts des Branchenumbruchs hin zum vernetzten Fahren reine Verkaufszahlen nicht mehr die wichtigste Messgröße seien. Stattdessen spielten Renditen und wachsende Umsätze mit neuen, digitalen Mobilitätsdiensten eine immer größere Rolle. Allerdings suchen die Hersteller händeringend nach durchschlagenden Ideen, wie sie mit Service und Daten Geld verdienen können.

Die Oberklasse-Konzerne wollen den milliardenteuren Wandel hin zum elektrischen, vernetzten und autonomen Fahren mit dem Verkauf großer, renditestarker Wagen finanzieren. Vor allem der SUV-Trend spielt ihnen dabei in die Hände. Bei Mercedes-Benz entfiel den Angaben zufolge 2018 mehr als ein Drittel aller Verkäufe auf das Geländewagensegment.

Wie es in der Mitteilung weiter hieß, legte in China der Absatz der Marke mit dem Stern im vergangenen Jahr um rund elf Prozent zu. In den USA verkauften die Schwaben dagegen gut sechs Prozent weniger Autos; Mercedes kämpfte auf dem weltweit zweitgrößten Pkw-Markt hinter China lange mit den Nachwirkungen eines Brandes bei einem Zulieferer.

Belastung durch neuen Abgasprüfzyklus

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Auch Importzölle Chinas auf Autos aus den USA, Modellwechsel und hausgemachte Probleme rund um die Umstellung auf den strengeren Abgasprüfzyklus WLTP sorgten unterm Jahr immer wieder für Bremsspuren. In Europa schrumpfte der Mercedes-Absatz um mehr als zwei Prozent.

Auch Audi verbuchte nach der WLTP-Einführung Rückgänge. BMW hatte frühzeitig auf den strengeren Standard umgestellt, ließ aber im harten Wettbewerb ebenfalls Federn. Autoexperte Schwope geht davon aus, dass Mercedes beim Absatz momentan einen sehr großen Vorsprung gegenüber BMW hat. "Langfristig wird es sicher ein Zweikampf bleiben, Audi ist die nächsten Jahre erstmal abgeschlagen."

Mercedes hatte in der Vergangenheit den Spitzenplatz im Premiumsegment lange wie selbstverständlich inne - und verlor ihn 2005 an BMW. 2011 zog auch Audi an den Schwaben vorbei. Mithilfe vieler neuer Modelle und einem neu aufgestellten Vertrieb in China setzte sich Mercedes 2016 wieder an die Spitze der drei Dauerrivalen.

Quelle: n-tv.de, shu/rts

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